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Symbolbild, KI-generiert

Berkshire Hathaway Aktie: 36 Milliarden in Alphabet

Greg Abel will Berkshires KI-Chancen über Stromversorgung und Alphabet nutzen, während langfristige Japan-Beteiligungen die konservative Strategie ergänzen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Berkshire liefert KI-Rechenzentren Strom
  • Alphabet-Anteil erreicht fast 36 Milliarden Dollar
  • Japanische Handelskonzerne bleiben Langfristinvestments
  • Aktie liegt 4,7 Prozent unter Jahreshoch

Greg Abel hat in einem Interview erklärt, wie Berkshire Hathaway von der Nachfrage nach künstlicher Intelligenz profitieren will – und dabei bewusst einen anderen Weg gewählt als der Rest der Tech-Branche. Statt selbst in Chips oder Rechenzentren zu investieren, setzt der Berkshire-Chef auf zwei Hebel: Energieversorgung für Rechenzentren und die Beteiligung an Alphabet.

Strom als Geschäft, nicht als Subvention

Abel machte deutlich, dass Berkshires Energiesparte Strom für KI-Rechenzentren liefern soll, ohne dass dies zu Lasten anderer Kunden geht. Die Tarife für Privathaushalte und andere Abnehmer sollen von den Investitionen in Rechenzentrums-Kapazitäten unberührt bleiben. Das ist eine bemerkbare Positionierung in einer Debatte, die zunehmend politisch aufgeladen ist: Berichten zufolge gab es allein im Juli über 140 Proteste gegen Datenzentren in gut 40 US-Bundesstaaten, und laut einer Umfrage lehnen zwei Drittel der Amerikaner den Bau solcher Anlagen in ihrer Nachbarschaft ab. Abel positioniert Berkshire damit als Infrastrukturanbieter, der vom KI-Boom profitiert, ohne sich dessen Reputationsrisiken direkt auszusetzen.

Der zweite Hebel ist die Alphabet-Beteiligung, die inzwischen einen Wert von fast 36 Milliarden Dollar erreicht. Berkshire hatte im Frühjahr für 10 Milliarden Dollar Alphabet-Aktien direkt gekauft, mit einem Abschlag von 6,5 Prozent. Diese Position bleibt damit einer der zentralen Bausteine, über die das Unternehmen indirekt am KI-Geschäft teilhat, ohne selbst zum Infrastrukturbetreiber zu werden.

Japan als Langfrist-Wette

Abel bekräftigte zudem, dass Berkshire seine Beteiligungen an japanischen Handelshäusern für viele Jahrzehnte halten will. Das Unternehmen hält an fünf dieser Handelskonzerne Anteile von jeweils mehr als 10 Prozent.

Als Begründung verwies Abel auf das Zinsumfeld: Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen liegt über 3 Prozent, ein 30-Jahres-Hoch, das er dennoch als „relativ moderat“ einordnete. Diese Aussage zeigt, wie Berkshire unter Abel weiterhin in Strukturen denkt, die über Jahrzehnte tragen sollen, statt auf kurzfristige Marktzyklen zu reagieren.

Was das für Anleger bedeutet

Die Doppelstrategie aus Energie und Alphabet-Beteiligung fügt sich in ein Bild, das sich seit Wochen abzeichnet: Berkshire sucht unter Abel gezielte Zugänge zum KI-Trend, ohne die konservative Grundausrichtung des Konzerns aufzugeben. Das drückt sich auch im Kursverlauf aus.

Die Aktie schloss am Freitag bei 653.500 Euro, ein Minus von 0,3 Prozent, und liegt mit einem Abstand von 4,7 Prozent zum 52-Wochen-Hoch vom 10. August noch ein gutes Stück von ihrem Jahreshoch entfernt. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 2,6 Prozent zu Buche.

Für Anleger bleibt die Botschaft aus dem Interview eindeutig: Abel sucht die Nähe zum KI-Thema über Infrastruktur und Beteiligungen, nicht über direkte Wetten auf einzelne Technologieanbieter. Das passt zu einem Unternehmen, das traditionell Wert auf Stabilität und Berechenbarkeit legt – und signalisiert zugleich, dass Berkshire auch unter neuer Führung nicht bereit ist, das Kerngeschäft für kurzfristige Trends zu opfern.

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Diskussion zu Berkshire Hathaway

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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