Während die Beiersdorf-Aktie auf ein Zehnjahrestief gefallen ist, liefert ausgerechnet der chinesische Markt einen überraschenden Lichtblick. Die Zahlen zum ersten Quartal 2026 zeigen einen Konzern im Umbruch — mit einem klaren Gewinner und einem klaren Problemfall.
Zweigeteiltes Quartal
Der Konzernumsatz ging im ersten Quartal organisch um 4,6 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro zurück. Belastet durch negative Währungseffekte fiel das nominale Minus mit 7,7 Prozent noch deutlicher aus.
Das Bild innerhalb des Konzerns könnte kaum gespaltener sein. NIVEA verzeichnete ein organisches Umsatzminus von 7,0 Prozent — geprägt durch einen schwachen Massenmarkt, eine anspruchsvolle Vergleichsbasis nach zwei starken Vorjahresquartalen und Händlerkonflikte in Frankreich und Deutschland, wo Einzelhändler Preissenkungen fordern, die Beiersdorf ablehnt. Die Derma-Sparte hingegen wuchs organisch um 8,2 Prozent, getragen von Eucerin und Aquaphor.
Eucerin springt in China um 87 Prozent
Das auffälligste Datenpunkt des Quartals kommt aus China. Der Eucerin-Nettoumsatz legte dort um 87 Prozent zu — Ergebnis einer gezielten Restrukturierung, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren angestoßen hatte. Parallel dazu steigerte NIVEA seinen Nettoumsatz in China um rund ein Drittel.
Wissenschaftsbasierte Produkte mit den Wirkstoffen Epicelline® und Thiamidol® fanden sowohl bei Verbrauchern als auch bei Dermatologen hohe Resonanz und stützen das Wachstum der Derma-Marken. Nordamerika und Brasilien entwickelten sich ebenfalls robust.
Prognose bestätigt, Jefferies skeptisch
Trotz des schwachen Starts hält Beiersdorf an seinen Jahreszielen fest: organisch flache bis leicht wachsende Umsätze in beiden Segmenten sowie eine EBIT-Marge leicht unter Vorjahresniveau.
Jefferies-Analyst David Hayes sprach von enttäuschten Erwartungen, wertete die bestätigte Prognose aber als positives Signal. Das Analysehaus beließ die Einstufung auf „Hold“ und senkte das Kursziel von 86 auf 84 Euro. MWB-Research-Analyst Thomas Wissler mahnte zur Vorsicht bei der Erholungsgeschwindigkeit und verwies auf möglichen Margendruck — sieht in der Markenstärke von Eucerin aber ein längerfristiges Argument für die Aktie.
Die Beiersdorf-Aktie notiert aktuell bei rund 72 Euro und hat damit in den vergangenen zwölf Monaten rund 40 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus knapp 22 Prozent. Ein kleines Zeichen der Hoffnung: NIVEAs Abverkauf stieg im bisherigen Jahresverlauf um 1,7 Prozent — nach zwei Quartalen mit negativem Wachstum.
Ob das reicht, wird sich am 5. August zeigen, wenn Beiersdorf die Halbjahreszahlen vorlegt.
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