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BayWa: Goldman Sachs startet Bieterprozess für T&G

Der geplante Verkauf der Obsttochter T&G Global kann die vier Milliarden Euro Schulden von BayWa nicht decken. Zudem drohen Schadensersatzklagen wegen verschwiegener Risiken.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldman Sachs sucht Käufer für T&G
  • Vier Milliarden Euro Schulden bis 2028
  • BaFin-Rüge führt zu Klagevorbereitungen
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn 14 Prozent

Im fernen Neuseeland sucht BayWa nach einem Ausweg aus der Krise. Goldman Sachs soll die dortige Obsthandelstochter T&G Global zu Geld machen. Ein dreistelliger Millionenbetrag winkt. Das Problem: Selbst ein perfekter Deal schließt die gewaltige Sanierungslücke des Münchner Agrarkonzerns nicht ansatzweise.

Die Investmentbank führt seit März 2026 den Bieterprozess für den 74-prozentigen Anteil an dem Apfelvermarkter. Als Interessenten gelten Private-Equity-Firmen wie Roc Partners oder Paine Schwartz. BayWa peilt einen Erlös von rund 300 Millionen Euro an. Der Prozess stockt allerdings. Ein Minderheitsaktionär aus Hongkong, der knapp ein Fünftel der Anteile hält, bremst die Verhandlungen.

Milliardenloch bleibt bestehen

Ein erfolgreicher Verkauf der Tochtergesellschaft wäre ohnehin nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Bis 2028 muss der Konzern insgesamt vier Milliarden Euro entschulden. Bislang sind davon erst 1,3 Milliarden Euro gesichert. Der wichtigste Baustein fehlt nach wie vor: Der geplante Teilverkauf der Erneuerbaren-Energien-Sparte scheiterte, nachdem die USA Subventionen strichen.

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Ende April fließen zwar gut 100 Millionen Euro aus einem früheren Deal in die Kasse. Das verschafft dem Management etwas Luft. Parallel dazu wächst der Druck der Gläubiger. Die bayerischen Genossenschaftsbanken tragen das Sanierungsrisiko auf beiden Seiten der Bilanz — als Aktionäre und Kreditgeber. Verlängern Institute wie DZ Bank und HVB ihre Stillhaltevereinbarung nicht bis Herbst 2026, verliert der Restrukturierungsplan seine rechtliche Grundlage.

Juristische Front verhärtet sich

Abseits der Bilanz droht juristischer Ärger. Die Kanzlei TILP bereitet Schadensersatzklagen vor, gestützt auf einen Rüge-Bescheid der BaFin. Demnach verschwieg BayWa im Lagebericht 2023 wesentliche Refinanzierungsrisiken. Auch die Wirtschaftsprüfer von PwC geraten ins Visier der Aufsicht Apas. An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit wider. Die Aktie notiert aktuell bei 14,35 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein Minus von gut 14 Prozent.

Der Weg zu einem fokussierten Agrar- und Baustoffhändler fordert harte Einschnitte. Ein massiver Stellenabbau ist geplant. Das bereinigte operative Ergebnis soll 2027 bei rund 140 Millionen Euro liegen. Auf harte Fakten zur aktuellen Lage müssen Investoren derweil warten. Der testierte Konzernabschluss für das vergangene Jahr erscheint voraussichtlich erst im vierten Quartal 2026.

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