Bis Ende April erwartet der Agrarhandelskonzern BayWa 45 Millionen Euro aus dem Cefetra-Verkauf. Der Mittelzufluss ist fest eingeplant und entlastet die Bilanz. Die eigentliche Hürde für das Management liegt woanders: Die Gläubigerbanken müssen der Verlängerung des Stillhalteabkommens zustimmen. Ohne dieses grüne Licht verliert der gesamte Sanierungsplan seine rechtliche Grundlage.
Milliardenlücke und zähe Verhandlungen
Von den benötigten vier Milliarden Euro zur Rettung hat BayWa erst 1,3 Milliarden gesichert. Um die Lücke zu schließen, steht die neuseeländische Obsthandelstochter T&G Global zum Verkauf. Goldman Sachs begleitet den Prozess seit März. Das Unternehmen schreibt schwarze Zahlen und setzte 2024 rund 1,3 Milliarden US-Dollar um. Allerdings bremst die Hongkonger Minderheitsaktionärin Joy Wing Mau Group die Verhandlungen. Marktbeobachter schätzen den möglichen Erlös auf rund 300 Millionen Euro. Das reicht kaum aus, um den enormen Finanzbedarf des Mutterkonzerns entscheidend zu decken.
Auch das Geschäft mit erneuerbaren Energien liefert negative Schlagzeilen. Bei der Tochtergesellschaft BayWa r.e. legten drei Vertreter des Minderheitsaktionärs Energy Infrastructure Partners (EIP) ihre Ämter nieder. Der Grund für die Spannungen liegt im US-Markt. Gestrichene Subventionen durch den „One Big Beautiful Bill Act“ werten amerikanische Solar- und Windprojekte massiv ab. BayWa musste infolgedessen die Gewinnprognose für die Energiesparte drastisch kappen. Für 2030 plant der Konzern nur noch mit einem operativen Ergebnis (EBITDA) von 150 Millionen Euro statt der ursprünglich anvisierten 230 Millionen Euro.
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Einsparungen stützen den Kurs nicht
Auf operativer Ebene kommt der Konzern immerhin voran. In den ersten neun Monaten 2025 sank der Umsatz im Zuge der Transformation planmäßig um 22 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro. Die Einsparmaßnahmen übertrafen die eigenen Ziele um 30 Prozent und steuerten 116 Millionen Euro zum EBITDA bei. An der Börse honoriert das derzeit niemand. Die Aktie notiert bei 13,35 Euro und steckt mit einem Jahresverlust von über 20 Prozent tief im Abwärtstrend. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt mehr als 21 Prozent.
Belastbare Finanzdaten lassen derweil auf sich warten. Wegen der Neubewertung der Energietochter veröffentlicht BayWa den Konzernabschluss für 2025 voraussichtlich erst im vierten Quartal 2026. Bis dahin agieren Investoren im Blindflug. Erst wenn die Kernbanken DZ Bank und HVB das Stillhalteabkommen bis Herbst 2026 formell absegnen, hat das Management wieder echten operativen Handlungsspielraum.
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