Der Münchner Agrarhandelskonzern BayWa steckt tiefer in der Krise als bislang absehbar. Der US-amerikanische „One Big Beautiful Bill Act“ hat den Herzstück des Sanierungsplans gesprengt — und die Lücke, die er hinterlässt, ist gewaltig.
Energieverkauf scheitert, Milliardenlücke klafft
Der geplante Verkauf von 51 Prozent der Energietochter BayWa r.e. sollte bis zu 1,7 Milliarden Euro einbringen. Die drastischen US-Subventionskürzungen für erneuerbare Energien haben diesen Deal zunichte gemacht. Parallel brach die Gewinnprognose der Sparte ein: Statt eines EBITDA von 230 Millionen Euro für 2028 rechnet BayWa nun erst für 2030 mit 150 Millionen Euro.
Vom Gesamtsanierungsziel von 4 Milliarden Euro bis 2028 sind bislang rund 33 Prozent erreicht. Etwa 2,7 Milliarden fehlen noch — und der größte Einzelposten, rund 2 Milliarden Euro aus dem Energiegeschäft, ist nach dem US-Politikschwenk fraglich geworden.
T&G-Verkauf als Notlösung
Als Teilkompensation vermarktet Goldman Sachs seit März 2026 den 74-prozentigen BayWa-Anteil an der neuseeländischen Obsthandelstochter T&G Global. Das Unternehmen vertreibt Apfelmarken wie Envy und Jazz in über 60 Ländern und erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar. Erwartet werden Erlöse von rund 300 Millionen Euro — ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts der verbleibenden Lücke.
Der Prozess läuft nicht reibungslos. Minderheitsaktionär Joy Wing Mau Group aus Hongkong hält knapp 20 Prozent und soll den Verkauf erschweren. T&G selbst betonte, dass noch keine Entscheidung gefallen sei.
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Umbau und verschärfte Kontrolle
Intern zieht der Aufsichtsrat die Zügel an: Die Genehmigungsschwelle für Geschäfte sinkt von 200 auf 50 Millionen Euro. Operativ hat der Vorstand die Prognose für 2026 gestrichen und das EBITDA-Ziel für 2027 auf rund 140 Millionen Euro gesenkt. Bis 2028 soll aus dem einstigen 24-Milliarden-Euro-Konzern ein auf Agrar- und Baustoffhandel fokussiertes Unternehmen mit rund 10 Milliarden Euro Umsatz entstehen — rund 1.300 Stellen fallen weg.
Die Aktie legte heute 10 Prozent auf 14,45 Euro zu, liegt damit aber noch mehr als 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Juli 2025.
Schicksalsfrage liegt bei den Banken
Das eigentliche Schicksal des Konzerns entscheidet sich nicht an Verkaufserlösen, sondern in Bankengesprächen. DZ Bank und HVB müssen einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 zustimmen — ohne ihre Zustimmung verliert der im Mai 2025 finalisierte StaRUG-Plan seine rechtliche Grundlage. Den testierten Konzernabschluss für 2025 erwartet BayWa erst im vierten Quartal 2026. Bis dahin fehlt eine belastbare Grundlage für jede fundamentale Bewertung — und die entscheidenden Weichenstellungen liegen noch Monate entfernt.
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