Der Handelskonzern BayWa kämpft an mehreren Fronten ums Überleben. Ein neues US-Gesetz durchkreuzt den geplanten Verkauf der Energietochter. Parallel dazu rücken die Bilanzen der vergangenen Jahre ins Visier der Aufseher. Die Folge: Das gesamte Sanierungskonzept muss neu geschrieben werden.
US-Gesetz torpediert Verkauf
In den USA droht der „One Big Beautiful Bill Act“. Der Gesetzesentwurf streicht wichtige Steueranreize für erneuerbare Energien. Das trifft die Energietochter BayWa r.e. hart. Ein geplanter Milliardenverkauf der Sparte fällt damit voraussichtlich aus.
Das Management reagiert drastisch. Der Konzern senkt das operative Gewinnziel der Tochter für 2030 auf nur noch 150 Millionen Euro.
Ermittler prüfen Bilanzen
Abseits des operativen Geschäfts droht juristischer Ärger. Die Aufsichtsstelle Apas ermittelt gegen die Prüfungsgesellschaft PwC. Diese hatte BayWa für das Jahr 2023 ein uneingeschränktes Testat erteilt. Die Finanzaufsicht BaFin sieht das anders. Laut BaFin verschwieg BayWa im damaligen Lagebericht wesentliche Refinanzierungsrisiken. Konkret geht es um einen Milliardenkredit und eine Anleihe über 500 Millionen Euro.
BayWa zieht nun die Reißleine. Ab 2026 übernimmt ein neuer Wirtschaftsprüfer. Das Management prüft obendrein Schadensersatzansprüche gegen PwC.
Finanzlücke und Kursverfall
Diese Rückschläge verschärfen die finanzielle Notlage. BayWa schiebt eine Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro vor sich her. Mit den Banken existiert eine Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026. Weil die Mittelfristplanung der Energietochter kollabiert, muss BayWa das Sanierungskonzept komplett überarbeiten. Der Konzernabschluss für 2025 verzögert sich auf unbestimmte Zeit.
Anleger reagieren nervös. Am Freitag fiel die Aktie um vier Prozent auf 10,80 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf über 35 Prozent.
Bis zum Herbst 2026 läuft die Schonfrist der Banken. Bis dahin muss der Vorstand einen belastbaren Rettungsplan vorlegen. Ohne den Verkauf der Energietochter fehlt dem Konzern jedoch eine zentrale Einnahmequelle für den Schuldenabbau.
Stand heute, 17. Oktober: BayWa – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in BayWa investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 17. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
