Die Q4-Zahlen 2025, die BayWa heute vorlegt, sind keine gewöhnliche Pflichtmitteilung. Sie sind die einzige belastbare Datengrundlage, auf der die Gläubigerbanken entscheiden, ob sie die Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 verlängern — oder ob der Konzern einen bereits gescheiterten Sanierungsplan von Grund auf neu aufsetzen muss.
Energiesparte bricht als Sanierungsanker weg
Das Herzstück des ursprünglichen Restrukturierungsplans war der Teilverkauf der Energietochter BayWa r.e., der bis 2028 rund 1,7 Milliarden Euro einbringen sollte. Diese Kalkulation ist hinfällig. Trumps Stopp von Fördermitteln für erneuerbare Energien in Höhe von über 300 Milliarden Dollar im Januar 2025 hat die erzielbaren Verkaufspreise erheblich gedrückt — besonders schmerzhaft, weil die USA mit 534,7 Megawatt verkaufter Leistung im Jahr 2024 der wichtigste Einzelmarkt von BayWa r.e. waren. Heute sollen die daraus resultierenden Abschreibungen erstmals konkret beziffert werden.
Vom Gesamtsanierungsziel von vier Milliarden Euro klafft damit eine Lücke von rund 2,7 Milliarden Euro. Dem stehen bislang vor allem der Cefetra-Verkauf gegenüber: 125 Millionen Euro direkt, plus über 600 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten, die durch die Entkonsolidierung aus der Bilanz verschwinden. Seit 2025 hat BayWa die Schuldenlast so um rund 1,3 Milliarden Euro reduziert.
T&G-Verkauf und rechtliche Eskalation
Als nächster Entschuldungsschritt rückt die neuseeländische Obsthandelstochter T&G Global in den Vordergrund. Das Unternehmen — mit 1,3 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz, rund 1.600 Mitarbeitenden und Präsenz in mehr als 60 Ländern kein Randgeschäft — könnte laut Insidern rund 300 Millionen Euro einbringen. Gemessen an der verbleibenden Lücke ist das ein begrenzter Beitrag.
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Parallel wächst der rechtliche Druck. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt wegen Untreue gegen den früheren Vorstandschef Klaus Josef Lutz und weitere Beschuldigte — unter anderem wegen des Verdachts, im Jahresabschluss 2023 die Finanzlage des Unternehmens falsch dargestellt zu haben. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. Die BaFin hat denselben Abschluss formell beanstandet: BayWa hatte wesentliche Finanzierungsrisiken verschwiegen, darunter die Bedingungen eines Milliardenkredits sowie Refinanzierungsrisiken für eine 500-Millionen-Euro-Anleihe. Die Rüge trifft implizit auch Wirtschaftsprüfer PwC, der dem Abschluss zuvor ein uneingeschränktes Testat erteilt hatte.
Härterer Schnitt beim Umbau
Der revidierte Sanierungsplan sieht den Abbau von rund 1.300 Stellen bis 2027 vor, die Schließung von 26 Niederlassungen und einen Umsatzrückgang auf rund zehn Milliarden Euro bis 2028. Das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 wurde auf gut 140 Millionen Euro gesenkt — das ursprüngliche Gutachten hatte für 2028 noch rund 230 Millionen Euro angesetzt. Der Planungshorizont verschiebt sich damit auf 2030, der testierte Jahresabschluss 2025 wird frühestens im vierten Quartal 2026 vorliegen, die Jahresprognose für 2026 hat BayWa bereits gestrichen.
Die Aktie notiert mit einem Minus von rund 33 Prozent gegenüber dem 52-Wochen-Hoch bei 21,80 Euro deutlich unter ihren gleitenden Durchschnitten. Herbst 2026 wird zeigen, ob die Banken den revidierten Kurs mittragen — oder ob BayWa erneut vor dem Neustart steht.
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