Die am Donnerstag vorgelegten Quartalszahlen offenbaren das ganze Ausmaß der Krise beim Münchner Agrar- und Handelskonzern. Weil der erhoffte Milliarden-Verkauf der Energiesparte geplatzt ist, fehlen für die Rettung des Unternehmens plötzlich 2,7 Milliarden Euro. Nun müssen rasch alternative Geldquellen her, während gleichzeitig Ermittler das Vorgehen des Ex-Managements ins Visier nehmen.
Energiesparte als Milliardenfalle
Das ursprüngliche Rettungskonzept stand und fiel mit der Energietochter BayWa r.e., die bis 2028 eigentlich rund 1,7 Milliarden Euro in die Kassen spülen sollte. Dieser Plan ist hinfällig. Nachdem die US-Umweltbehörde EPA im Februar bundesweite Emissionsstandards aufgehoben hat, brachen die erzielbaren Verkaufspreise im wichtigsten Einzelmarkt der Sparte massiv ein.
Die Folge sind konkrete Abschreibungen, die BayWa nun erstmals in den Büchern ausweisen musste. Da der Konzern positive operative Ergebnisse aus diesem Bereich frühestens ab 2027 erwartet, verschiebt sich der Planungshorizont für einen Verkauf bis in das Jahr 2030. Von dem Gesamtsanierungsziel in Höhe von vier Milliarden Euro ist aktuell nur ein Drittel gesichert.
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Notverkäufe und juristischer Druck
Um die gewaltige Finanzierungslücke zu verkleinern, steht nun der neuseeländische Obsthandelskonzern T&G Global zum Verkauf. Insider rechnen bei der Mehrheitsbeteiligung mit Erlösen von etwa 300 Millionen Euro – ein eher begrenzter Beitrag angesichts des fehlenden Milliardenbetrags. Parallel zur operativen Schrumpfkur, die den Abbau von 1.300 Stellen und die Schließung von 26 Niederlassungen vorsieht, wächst der juristische Ärger.
Die BaFin rügte unzureichende Risikohinweise zu Milliardenkrediten im Lagebericht 2023. Zeitgleich ermittelt die Staatsanwaltschaft München gegen den früheren Vorstandschef Klaus Josef Lutz. Im Raum steht der Verdacht auf Untreue und die falsche Darstellung der Finanzlage im Jahresabschluss.
Trotz der erdrückenden Nachrichtenlage reagierte der Markt am Freitag erstaunlich robust: Der Kurs kletterte um 6,25 Prozent auf 15,30 Euro. Langfristig bleibt das charttechnische Bild jedoch angeschlagen, der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt weiterhin knapp zwölf Prozent. Spätestens im Herbst 2026 muss das Management den Gläubigerbanken ein komplett überarbeitetes, tragfähiges Konzept vorlegen. Bis dahin hängt der Fortbestand des Konzerns maßgeblich von der Verlängerung der aktuellen Stillhaltevereinbarung ab.
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