Der Münchner Agrarkonzern BayWa muss bei seiner Sanierung zurück ans Reißbrett. Eine drastische Abwertung der Erneuerbare-Energien-Tochter zwingt das Management zu Nachverhandlungen mit den Banken. Damit steht das gesamte Entschuldungskonzept des hochverschuldeten Unternehmens auf dem Prüfstand.
Erneuerbare Energien als Bremsklotz
Am Mittwoch räumte der Konzern per Ad-hoc-Mitteilung ein, dass die Tochtergesellschaft BayWa r.e. ihre mittelfristigen Ergebnisziele deutlich verfehlen wird. Der Grund liegt in einem verschlechterten regulatorischen Umfeld, insbesondere durch drastische Subventionskürzungen im wichtigen US-Markt.
Für BayWa hat das gravierende finanzielle Folgen. Das bisherige Sanierungskonzept sah vor, durch den Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung an der Energietochter bis 2028 rund 1,7 Milliarden Euro einzunehmen. Diese Summe schätzt der Vorstand nun als nicht mehr realisierbar ein.
Ein Wettlauf gegen den Schuldenberg
Der Konzern strebt an, bis 2028 insgesamt vier Milliarden Euro an Schulden abzubauen. Bisher konnten die Verbindlichkeiten um 1,3 Milliarden Euro gedrückt werden. Ein wichtiger Baustein war dabei der kürzlich abgeschlossene Verkauf der Handelstochter Cefetra Group, der die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro entlastete.
Als nächstes steht die neuseeländische Turners & Growers im Schaufenster, die weitere 300 Millionen Euro einbringen soll. Angesichts der Milliarden-Lücke bei der Energietochter reichen diese Verkäufe allein jedoch nicht aus, um den ursprünglichen Finanzierungsplan aufrechtzuerhalten. Begleitet wird der Umbau von einem harten Sparkurs, der bis 2027 den Abbau von rund 1.300 Stellen vorsieht.
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Führungsumbruch und Verzögerungen
Die bilanzielle Schieflage fällt in eine Phase massiver personeller Turbulenzen. Bereits im Januar musste Vorstandschef Frank Hiller sein Amt abgeben. Auch im Aufsichtsrat räumen bis Ende Mai drei Mitglieder ihre Posten. Sie standen wegen ihrer Unterstützung der schuldenfinanzierten Expansionsstrategie der vergangenen Jahre in der Kritik. Die verbleibenden Kontrolleure greifen nun härter durch und müssen künftig Geschäfte bereits ab 50 Millionen Euro genehmigen.
Gleichzeitig zieht sich die Aufarbeitung der Zahlen in die Länge. Die Finanzaufsicht BaFin prüft weiterhin den Jahresabschluss 2023. Die Vorlage der Bilanz für 2025 wird sich wegen der nötigen Neubewertungen voraussichtlich bis in das vierte Quartal 2026 verzögern.
Um die Liquidität kurzfristig zu sichern, verhandelt das Management derzeit intensiv mit Kernbanken und Großaktionären über ein Stillhalteabkommen bis zum Herbst 2026. Erste konkrete Hinweise auf die operative Stabilität abseits der Krisenherde wird der Konzern am 26. März mit der Präsentation der Zahlen für das vierte Quartal 2025 liefern. Laut Unternehmensangaben verläuft zumindest das klassische Agrar-Kerngeschäft weiterhin nach Plan.
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