Der Agrar- und Energiekonzern BayWa steckt mitten in einer komplexen Restrukturierung. Zwar bringt der Verkauf der Tochtergesellschaft Cefetra eine spürbare finanzielle Entlastung, doch das eigentliche Herzstück der Sanierung bereitet massive Probleme. Kann das Unternehmen die wachsende Lücke im Entschuldungsplan noch schließen, während gleichzeitig die Konzernführung umgebaut wird?
Schuldenabbau gerät ins Stocken
Ein Lichtblick für die Bilanz ist der nun abgeschlossene Verkauf der Getreidehändlerin Cefetra. Neben dem Kaufpreis von 125 Millionen Euro sinken die Bankverbindlichkeiten durch die Entkonsolidierung um über 600 Millionen Euro. Insgesamt drückte das Management die Schuldenlast damit um rund 1,3 Milliarden Euro. Doch dieser Fortschritt deckt lediglich ein Drittel des benötigten Gesamtziels ab.
Die verbleibende Lücke sollte primär durch den Verkauf von Mehrheitsanteilen an der Energietochter BayWa r.e. geschlossen werden. Rund zwei Milliarden Euro waren dafür im Sanierungskonzept eingeplant. Diese Kalkulation geht derzeit nicht auf, da das Geschäft mit Wind- und Solarprojekten stark eingebrochen ist. Hauptgrund ist der Gegenwind auf dem US-Markt, dem wichtigsten Absatzmarkt der Sparte im Jahr 2024. Der dortige Stopp von Projektpipelines und die Streichung von Steueranreizen treffen das Unternehmen hart. Der Vorstand musste bereits wesentliche Abweichungen von der ursprünglichen Planung einräumen und verhandelt seit Anfang Februar mit Finanzierungspartnern über eine Anpassung des Konzepts.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BayWa?
Führungsumbau und behördliche Prüfungen
Die operative Krise zieht weitreichende personelle Konsequenzen nach sich. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Hiller scheidet vorzeitig aus, sein Mandat endete mit sofortiger Wirkung. Auch im Aufsichtsrat kommt es zu einem Umbau: Drei Mitglieder legen bis Ende Mai ihre Mandate nieder. Sie standen in der Kritik, den schuldenfinanzierten Expansionskurs der vergangenen Jahre mitgetragen zu haben. Als direkte Reaktion auf die Schieflage senkte das Kontrollgremium zudem die eigene Genehmigungsschwelle für Geschäfte von 200 auf 50 Millionen Euro.
Zusätzlicher Druck entsteht durch regulatorische Altlasten. Die BaFin prüft den Jahresabschluss 2023 und bemängelt, dass finanzierungsrelevante Risiken und die Bedingungen eines Milliardenkredits im Lagebericht unzureichend ausgewiesen wurden. In diesem Zusammenhang ermittelt die Staatsanwaltschaft München gegen ehemalige Vorstände. Wegen dieser Unsicherheiten verzögert sich auch der testierte Jahresabschluss für 2025.
Die Fakten auf dem Tisch
Am 26. März legt das Unternehmen die Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 vor. Diese Zahlen werden den tatsächlichen Abschreibungsbedarf bei der Energiesparte offenlegen und zeigen, wie die verbleibende Finanzierungslücke von rund 2,7 Milliarden Euro bewältigt werden soll. Ein geplanter Baustein dafür ist der Verkauf des neuseeländischen Apfelanbauers T&G Global, der rund 300 Millionen Euro einbringen soll. Entscheidend für das Überleben des aktuellen Restrukturierungskonzepts ist, ob die Gläubigerbanken den angepassten Plan auf Basis der neuen Quartalszahlen weiterhin mittragen. Ohne deren Rückhalt müssen die Konditionen grundlegend neu verhandelt werden.
BayWa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BayWa-Analyse vom 11. März liefert die Antwort:
Die neusten BayWa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BayWa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BayWa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
