Der Agrarhandelskonzern BayWa kämpft nicht mehr nur gegen eine gewaltige Finanzierungslücke, sondern zunehmend auch an der juristischen Front. Während das Management hastig werthaltige Tochtergesellschaften zu Geld macht, formieren sich enttäuschte Aktionäre und Behörden. Ein Rauswurf des langjährigen Wirtschaftsprüfers markiert den vorläufigen Höhepunkt der Aufarbeitung.
Juristisches Nachspiel und Prüfer-Aus
Die Bilanzkrise fordert harte rechtliche Konsequenzen. BayWa entzieht PwC das Mandat für die Abschlussprüfung ab dem Jahr 2026. Der Vorwurf wiegt schwer: Die Prüfer hatten für das Krisenjahr 2023 ein uneingeschränktes Testat erteilt, ohne auf die existenzgefährdenden Risiken hinzuweisen. Der aktuelle Vorstand prüft nun konkrete Schadensersatzansprüche.
Flankiert wird dieser Schritt von massiven juristischen Auseinandersetzungen. Nachdem die Finanzaufsicht BaFin den Konzernlagebericht 2023 im vergangenen Oktober offiziell als fehlerhaft einstufte, bringen sich Anleger in Stellung. Die Kanzlei TILP bereitet Schadensersatzklagen wegen jahrelanger Kapitalmarkttäuschung vor. Parallel ermittelt die Staatsanwaltschaft München I gegen ehemalige Führungskräfte wegen des Verdachts der Untreue.
Obsttochter steht zum Verkauf
Um die angespannte Liquidität zu stützen, forciert das Management den Abbau von Beteiligungen. Goldman Sachs soll den Verkauf der neuseeländischen Obsthandelstochter T&G Global steuern. BayWa hofft, für seinen Anteil von knapp 74 Prozent rund 300 Millionen Euro zu erlösen. Ein potenzielles Hindernis bildet dabei die Joy Wing Mau Group aus Hongkong, die knapp 20 Prozent hält und den Prozess Marktberichten zufolge verkompliziert.
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Auch intern zieht das Unternehmen die Zügel an. Der Aufsichtsrat senkte die interne Genehmigungsschwelle für Geschäfte drastisch von 200 auf 50 Millionen Euro. Gleichzeitig verlässt ein Trio um Michael Höllerer und Monika Hohlmeier das Kontrollgremium im Frühjahr.
Sanierungsplan auf wackeligen Beinen
Die strukturelle Schieflage des Konzerns ist damit keineswegs behoben. Von dem bis 2028 anvisierten Sanierungsziel in Höhe von vier Milliarden Euro sind erst 1,3 Milliarden Euro gesichert. Der ursprünglich geplante Teilverkauf der Energiesparte BayWa r.e. scheiterte faktisch, nachdem der Wegfall von US-Fördermitteln Anfang 2025 die erzielbaren Preise einbrechen ließ.
Das gesamte Restrukturierungsgerüst erfordert nun zwingend die Verlängerung der Stillhaltevereinbarung mit den Kernbanken bis Herbst 2026. Ohne diese formale Zustimmung der Gläubiger verliert das Sanierungskonzept seine rechtliche Basis. Da der Konzernabschluss für 2025 auf das vierte Quartal 2026 verschoben wurde, agieren Investoren bis zu diesem Termin ohne belastbare fundamentale Bewertungsgrundlage.
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