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BayWa Aktie: Hellweg-Insolvenz abgehakt

Die Insolvenz der ehemaligen BayWa-Tochter belastet den Kurs nicht neu, da Kredite bereits abgeschrieben sind. Der Fokus liegt auf dem Sanierungskonzept bis Herbst 2026.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Frühere Tochter beantragt Insolvenz
  • Kredite bereits vollständig abgeschrieben
  • Aktie steigt um knapp acht Prozent
  • Sanierungskonzept bis Herbst 2026 erwartet

Schlechte Nachrichten, steigender Kurs — bei BayWa ist das kein Widerspruch. Die frühere Tochtergesellschaft BayWa Bau- und Gartenmärkte hat gemeinsam mit Hellweg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Rund 4.000 Beschäftigte sind betroffen. Für die BayWa-Aktie ist das jedoch weniger eine neue Belastung als eine Bestätigung: Die Kredite an die frühere Tochter hat BayWa bereits abgeschrieben.

Warum der Kurs trotzdem steigt

Der Markt reagiert differenziert. Die Aktie legt am Freitag um knapp acht Prozent auf 11,50 Euro zu. Das Signal dahinter: Was abgeschrieben ist, muss nicht erneut bewertet werden. Anleger müssen keinen frischen Abschreibungsbedarf einkalkulieren.

Das Insolvenzverfahren trifft eine Branche, die ohnehin unter Druck steht. Gestiegene Einkaufspreise, hohe Mietkosten, schwache Kauflaune und der Einbruch im Wohnungsbau haben die Bau- und Gartenmärkte in die Bredouille gebracht. Für BayWa selbst ist das vor allem ein Signal über das schwierige Umfeld — kein neues Bilanzproblem.

Sanierung läuft, Zahlen schrumpfen

Der Kursanstieg ändert nichts an der Gesamtlage. Auf Sicht von 30 Tagen liegt die Aktie noch 16 Prozent im Minus. Seit Jahresanfang hat sie fast ein Drittel ihres Werts verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 23,90 Euro ist sie mehr als halb so weit entfernt.

Die Q1-Zahlen zeigen, wie stark der Umbau das Unternehmen prägt. BayWa erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro — nach 3,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um die im Vorjahr noch enthaltene RWA schrumpfte der vergleichbare Umsatz um rund 513 Millionen Euro. BayWa führt den Rückgang auf Portfolioverkäufe, Sortimentsbereinigungen und die schwache Baukonjunktur zurück.

Herbst 2026 als Schlüsseltermin

Der eigentliche Prüfstein kommt erst noch. BayWa überarbeitet sein Sanierungskonzept, nachdem die Planung von BayWa r.e. angepasst wurde. Mit den finanzierenden Banken gilt eine Standstill-Vereinbarung bis Herbst 2026. Den Jahresabschluss 2025 kann das Unternehmen erst veröffentlichen, wenn diese Überarbeitung abgeschlossen ist und ein Bestätigungsvermerk vorliegt.

Bis dahin hängt die Bewertung der Aktie an konkreten Fortschritten: neue Bankenvereinbarungen, der ausstehende Jahresabschluss und weitere Portfoliomaßnahmen. Der heutige Kursanstieg zeigt, dass Anleger die Baumarkt-Meldung als verdautes Risiko einordnen — nicht als neuen Schock.

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Diskussion zu BayWa

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.