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Symbolbild, KI-generiert

BayWa Aktie: Harter Stresstest naht

Nach dem gescheiterten Verkauf der Energietochter BayWa r.e. muss der Konzern neue Geldquellen erschließen. Der Verkauf von T&G Global und die Verlängerung der Stillhaltevereinbarung sind nun zentral.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gescheiterter Milliardenverkauf von BayWa r.e.
  • Neuseeländische T&G Global als neue Verkaufsoption
  • Umfangreiche Stellenstreichungen und Standortschließungen
  • Kursverlust nach Bekanntgabe der Neuausrichtung

Bis Ende April erwartet der Agrarhandelskonzern eine Zahlung von 45 Millionen Euro aus dem Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra. Was isoliert betrachtet nach einem soliden Mittelzufluss klingt, markiert in Wahrheit den ersten echten Praxistest für die laufende Restrukturierung. Nach dem Wegbruch des zentralen Sanierungsbausteins muss das Management eilig neue Geldquellen erschließen.

Milliardenziel und ein geplatzter Deal

Der erfolgreich abgeschlossene Cefetra-Deal senkt die Konzernverbindlichkeiten um beachtliche 600 Millionen Euro. Zusammen mit früheren Verkäufen summieren sich die bisher getilgten Schulden auf 1,3 Milliarden Euro. Allerdings verlangt der Sanierungsplan bis 2028 eine Entschuldung von insgesamt vier Milliarden Euro.

Das ursprüngliche Herzstück dieses Vorhabens – die Veräußerung von 51 Prozent an der Energietochter BayWa r.e. für bis zu 1,7 Milliarden Euro – ist gescheitert. Eine Streichung von US-Fördergeldern für erneuerbare Energien Anfang 2025 ließ den potenziellen Verkaufspreis drastisch einbrechen.

Plan B und tiefe Einschnitte

Als Ersatzlösung rückt nun die neuseeländische Obsthandelstochter T&G Global in den Vordergrund. Die US-Investmentbank Goldman Sachs wurde mandatiert, den Verkauf der 74-prozentigen Beteiligung zu organisieren, wofür Analysten Erlöse von rund 300 Millionen Euro kalkulieren. Die anhaltende Unsicherheit über den massiven Umbau spiegelt sich auch am Markt wider: Am heutigen Mittwoch gab der Kurs um 4,83 Prozent auf 13,80 Euro nach.

Parallel zur Kapitalsuche setzt der Vorstand folgende operative Einschnitte um:
* Abbau von 1.300 Stellen bis zum Jahr 2027
* Dauerhafte Schließung von 26 Niederlassungen
* Senkung der internen Genehmigungsschwelle für Geschäfte von 200 auf 50 Millionen Euro

Maßgeblich für das Gelingen der Rettungsaktion ist nun die Haltung der Gläubigerbanken DZ Bank und HVB. Eine Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 ist zwingend erforderlich, um dem Unternehmen den nötigen zeitlichen Spielraum zu gewähren. Eine fundamentale Bewertung der Papiere durch Investoren bleibt bis auf Weiteres schwierig, da der testierte Konzernabschluss für 2025 aufgrund der komplexen Neubewertung der Tochtergesellschaften erst im vierten Quartal 2026 vorliegen wird.

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