Die BayWa AG steuert auf eine weichenstellende Phase ihrer finanziellen Neuordnung zu. Im Mittelpunkt steht dabei die anstehende Abstimmung über die Restrukturierung der Hybridanleihe. Im heutigen Handel gibt die Aktie des Konzerns nach und steht bei 8,00 Euro, was einem Minus von 2,7 Prozent entspricht. Ein konkreter unternehmensspezifischer Grund für die heutige Kursbewegung ist nicht belegt.
Die Neuordnung der Verbindlichkeiten erfordert dabei erhebliche Zugeständnisse von Kapitalgebern.
SdK kritisiert geplante Anleiherestrukturierung
Am Mittwoch äußerte die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) deutliche Kritik an den vorgesehenen Maßnahmen für die Hybridanleihe. Die Kronos EKS AG & Co. KG hatte das Wertpapier mit Wirkung zum 18. September 2026 als neue Emittentin übernommen. Für die Gläubiger stehen nun weitreichende Einschnitte im Raum.
Vom 12. bis 14. Oktober 2026 ist laut SdK eine Gläubigerabstimmung angesetzt. Der vorliegende Vorschlag sieht vor, dass die Gläubiger kompensationslos auf 98 Prozent des Nennbetrags sowie auf ihre Zinsansprüche verzichten. Zudem soll der Kupon von 7,75 Prozent auf 3,00 Prozent jährlich herabgesetzt werden.
Die Interessenvertretung sieht in diesen Konditionen eine massive Schlechterstellung der Zeichner. Ob die Anleiheinhaber dem Vorhaben in dieser Form zustimmen werden, entscheidet sich bei der Abstimmung im Oktober.
Sanierungskonzept verlangt hohe Gläubigerbeiträge
Die Maßnahmen bei der Anleihe fügen sich in ein größeres Sanierungswerk ein. Das Unternehmen verständigte sich auf die Eckpunkte einer angepassten Sanierungsvereinbarung. Beteiligt sind die Großaktionäre Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und Raiffeisen Agrar Invest AG sowie 267 von 268 Finanzierungspartnern.
Diese Finanzpartner repräsentieren rund 99,98 Prozent der erfassten Finanzverbindlichkeiten. Das Handelsblatt berichtete, dass die Gläubiger im angepassten Konzept auf Forderungen in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro verzichten sollen. Um rechtsverbindlich zu werden, benötigt die Vereinbarung noch weitere formelle Zustimmungen.
Nächste Meilensteine im Finanzkalender
Für Anleger richtet sich der Blick nun auf die kommenden Wochen. Die Sanierung bleibt an die erfolgreiche Umsetzung der einzelnen Vertragsbausteine gebunden. Neben dem Ausgang des Gläubigervotums Mitte Oktober steht zum Monatsende ein weiterer wichtiger Termin an.
Laut Finanzkalender plant die Gesellschaft für den 30. Oktober 2026 die Veröffentlichung ihres Jahresfinanzberichts. Erst mit den geprüften Zahlen und der rechtlichen Bestätigung der Gläubigerverzichte gewinnt die finanzielle Neuordnung ein festes Fundament.
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