Der Agrar- und Energiekonzern BayWa kämpft an mehreren Fronten ums Überleben. Während der ursprüngliche Sanierungsplan für die Energiesparte kollabiert ist, erhöhen nun auch die Finanzaufsicht und die Staatsanwaltschaft den Druck auf das Management. Eine Milliardenlücke zwingt das Unternehmen zu drastischen Notverkäufen.
Juristische Altlasten und BaFin-Rüge
Neben den massiven operativen Problemen rückt die juristische Aufarbeitung in den Fokus. Die Finanzaufsicht BaFin hat den Jahresabschluss 2023 formell beanstandet, da wesentliche Risiken rund um einen Milliardenkredit und eine 500-Millionen-Euro-Anleihe verschwiegen worden sein sollen. Parallel dazu ermittelt die Staatsanwaltschaft München I gegen ehemalige Führungskräfte wegen des Verdachts der Untreue. Im Zentrum der Ermittlungen steht der Vorwurf, Liquiditätsrisiken im damaligen Konzernlagebericht vorsätzlich falsch dargestellt zu haben.
Geplatzter Verkauf reißt Milliardenlücke
Ursächlich für die akute Finanznot ist das Scheitern des bisherigen Kernplans. Der geplante Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung an der Tochter BayWa r.e., der bis zu 1,7 Milliarden Euro einbringen sollte, ist hinfällig. Eine veränderte US-Energiepolitik drückt die erzielbaren Preise für Projektentwickler im wichtigsten Einzelmarkt massiv. Dadurch klafft nun eine Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro.
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Diese toxische Mischung aus operativen Rückschlägen und juristischen Altlasten spiegelt sich auch an der Börse wider. Auf Jahressicht verzeichnet das Papier ein Minus von über 31 Prozent und ging am Freitag bei 14,40 Euro aus dem Handel.
Gläubiger entscheiden über Liquidität
Um den sofortigen Kollaps abzuwenden, steuert das Management radikal um. Da die Energiesparte vorerst unverkäuflich bleibt, sollen nun andere Vermögenswerte Liquidität beschaffen. Flankiert wird dieser Strategiewechsel von einem harten operativen Einschnitt:
- Verkauf der 74-Prozent-Beteiligung am Obsthandelskonzern T&G Global für erwartete 300 Millionen Euro
- Streichung von rund 1.300 Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2027
- Schließung von 26 Niederlassungen
Die Entscheidung über die Zukunft des Konzerns liegt nun bei den Gläubigerbanken. Die Vorlage der anstehenden Quartalszahlen dient als Basis für eine mögliche Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026. Ohne diese verbindliche Zusage droht BayWa der sofortige Entzug der Liquidität, lange bevor der testierte Konzernabschluss für 2025 im vierten Quartal des kommenden Jahres vorliegt.
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