Der mühsam ausgehandelte Sanierungsplan des Agrar- und Handelskonzerns steht überraschend wieder zur Disposition. Ausgerechnet die Energietochter BayWa r.e. zwingt das Management zurück an den Verhandlungstisch mit den Gläubigern. Das schwächelnde Marktumfeld bei erneuerbaren Energien reißt offenbar neue Lücken in die Finanzplanung.
Gegenwind im Kerngeschäft
Ursprünglich sollte die Restrukturierung auf den bestehenden Vereinbarungen aufbauen. Allerdings verlangen die operativen Probleme der Tochtergesellschaft nun deutliche Nachbesserungen. Der Hintergrund ist ein spürbarer Dämpfer beim Ausbau der Photovoltaik in Deutschland. Im Februar fiel der Nettozubau auf 930 Megawatt zurück, nachdem im Januar noch 1.149 Megawatt ans Netz gegangen waren.
Um die politischen Ausbauziele für das Jahr 2030 zu erreichen, wären rechnerisch monatlich mehr als 1.600 Megawatt nötig. Diese Lücke zwischen Anspruch und Realität im Heimatmarkt erschwert die strategische Planung erheblich. Die geringere Nachfrage belastet die Profitabilität und die Cashflow-Prognosen der BayWa-Projektentwickler direkt.
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Schwierige Gespräche mit den Gläubigern
Folglich muss das Management nun Eigner und finanzierende Banken zu neuen Zugeständnissen bewegen. Die bisherigen Stillhalteabkommen und Liquiditätshilfen reichen offensichtlich nicht mehr aus, um den Gesamtkonzern langfristig zu stabilisieren. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kreditinstitute aktuell in einem extrem angespannten industriellen Umfeld agieren.
Parallel zu den BayWa-Problemen melden derzeit auch andere Schwergewichte der deutschen Wirtschaft massive Schwierigkeiten. Der Automobilzulieferer ZF verzeichnete zuletzt einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro, während der Chemiekonzern Lanxess harte Sparprogramme durchsetzt. In diesem Klima steigender Insolvenzzahlen agieren Banken verständlicherweise deutlich restriktiver.
Die Abhängigkeit vom schwankenden Markt für erneuerbare Energien verschiebt die ursprünglichen Sanierungsziele der BayWa zeitlich nach hinten. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Banken notwendige finanzielle Zugeständnisse an sehr strenge Bedingungen knüpfen. Ein wahrscheinliches Szenario zur Lösung der akuten Liquiditätsklemme ist der erzwungene Verkauf weiterer Unternehmensteile, um die Forderungen der Gläubiger in den laufenden Verhandlungen zu bedienen.
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