BayWa trennt sich von seiner kriselnden Ökostromtochter. Der Agrarkonzern wählt dafür aber keinen gewöhnlichen Verkauf. Die Anteile an der BayWa r.e. wandern an einen speziellen Transformations-Gesellschafter. Das Ziel: Die Milliardenlast soll aus der Konzernbilanz verschwinden.
Neue Struktur für den Verkauf
Bislang hielt der Münchner Konzern 51 Prozent an dem Entwickler für Wind- und Solarparks. Nun übertragen BayWa und der Mitgesellschafter Energy Infrastructure Partners (EIP) sämtliche Anteile. Ein Sanierungsgesellschafter übernimmt die Kontrolle. Dieser agiert mit weitreichenden Rechten und bereitet den endgültigen Verkauf der Tochtergesellschaft vor. Für BayWa löst das ein zentrales Problem. Das kriselnde Unternehmen wird durch diesen Schritt endlich entkonsolidiert.
Dieser bilanzielle Schnitt hat einen enormen Preis. BayWa und EIP müssen ihre weitreichenden Gesellschafterdarlehen vorerst komplett abschreiben. Zusammen stehen hier rund 1,3 Milliarden Euro im Feuer. Die Eigentümer verzichten auf diese Forderungen. Sie sichern sich im Gegenzug lediglich einen Besserungsschein. Fährt der spätere Verkauf Gewinne ein, partizipieren die bisherigen Aktionäre daran.
Banken haben Vorrang
Den ersten Zugriff auf künftige Erlöse sichern sich allerdings die Gläubigerbanken. Die aktuelle Einigung sieht vor, dass offene Finanzverbindlichkeiten von bis zu 900 Millionen Euro vorrangig getilgt werden. Erst danach fließt Geld an die Altgesellschafter. Der Sanierer der Ökostromtochter, Hans-Joachim Ziems, begrüßt das Vorgehen. Das Unternehmen könne nun in Eigenregie und ohne Interessenkonflikte agieren.
Das bisherige Geschäftsmodell rund um Windparks und Batteriespeicher brachte zuletzt nicht die erhofften Ergebnisse. Noch ist der komplexe Umbau nicht rechtsverbindlich. Die Grundsatzeinigung mit den Gläubigern erfordert die formelle Zustimmung aller beteiligten Gremien. Stimmen diese den Plänen zu, lagert der Agrarkonzern sein größtes Sanierungsrisiko endgültig aus.
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