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BayWa Aktie: Banken wandeln 700 Millionen Euro um

BayWa einigt sich mit Banken auf ein Sanierungspaket mit Schuldenumwandlung und Treuhänder für die Großaktionäre.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Banken wandeln 700 Mio. Euro Schulden um
  • Großaktionäre geben vorübergehend Kontrolle ab
  • Verkauf von Randbereichen beschlossen
  • Sanierungsfrist bis Ende 2030 verlängert

Ein Kurssprung von 8,60 Prozent — und dahinter steckt mehr als nur Erleichterung. BayWa hat sich mit seinen wichtigsten Gläubigerbanken und Großaktionären auf ein tiefgreifendes Sanierungspaket geeinigt. Das Konstrukt ist komplex, die Bedingungen sind hart.

Banken wandeln 700 Millionen Euro um

Das Herzstück der Einigung: Die finanzierenden Banken wandeln Verbindlichkeiten von bis zu 700 Millionen Euro in ein Nachranginstrument um. Das stärkt das wirtschaftliche Eigenkapital, weil diese Forderungen im Ernstfall erst nach allen anderen Gläubigern bedient werden. Außerdem sinkt die Zinslast — das stabilisiert den Cashflow.

Der ursprüngliche Sanierungsplan sah eine Gesundung bis 2028 vor. Das war nicht mehr realistisch. Der Zeitraum verlängert sich nun offiziell bis Ende 2030.

Großaktionäre geben Kontrolle ab

Die beiden Ankeraktionäre — die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und die Raiffeisen Agrar Invest AG — übertragen ihre Anteile von zusammen rund 67,1 Prozent vorübergehend an einen unabhängigen Treuhänder. Das dient als Sicherheit für die Gläubigerbanken.

Die Bedingung für die Rückgabe: Die Großaktionäre müssen im Rahmen einer für 2029 geplanten Kapitalerhöhung mindestens 220 Millionen Euro frisches Eigenkapital einbringen. Gelingt das nicht, darf der Treuhänder die Aktien zur Schuldentilgung verkaufen.

Umbau des operativen Geschäfts

Parallel zur Finanzsanierung trennt sich BayWa von Randgeschäften. Den Bereich „Wärme und Mobilität“ will der Konzern bis Ende 2029 vollständig verkaufen. Die Erlöse fließen in den Schuldenabbau. Die Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien, BayWa r.e., wird aus dem Konzernverbund herausgelöst und an einen Transformations-Gesellschafter übertragen. Die Kernsparten Agrar und Technik sollen in eine eigene Tochtergesellschaft überführt werden — mit dem Ziel, die Refinanzierung zu verbessern.

Der Fokus liegt künftig auf den drei Bereichen Agrar, Technik und Baustoffe.

Grundsatzeinigung ist erst der Anfang

Der aktuelle Kurs von 12,00 Euro liegt trotz des heutigen Sprungs noch rund 21 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresanfang verlor die Aktie fast 28 Prozent. Die annualisierte Volatilität von 77 Prozent zeigt, wie nervös der Markt auf jede Nachricht zum Sanierungsfortschritt reagiert.

Die heutige Grundsatzverständigung muss bis Herbst 2026 in eine rechtsverbindliche Vereinbarung überführt werden. Dafür braucht es die Zustimmung aller beteiligten Gremien sowie eine BaFin-Befreiung für die Treuhand-Konstruktion. Scheitert dieser Abschluss, rückt das 52-Wochen-Tief bei 8,00 Euro schnell wieder ins Blickfeld.

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