Der Sanierungsstau beim Agrarhandelskonzern BayWa schlägt nun mit voller Wucht auf die eigenen Eigentümer durch. Weil der geplante Verkauf der Energietochter geplatzt ist, rät der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) seinen Mitgliedsbanken zur drastischen Risikovorsorge. Im schlimmsten Fall steht ein Schuldscheindarlehen in dreistelliger Millionenhöhe vor der kompletten Abschreibung.
Bereits im Jahresabschluss 2024 mussten die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken 60 Prozent eines 220 Millionen Euro schweren Schuldscheindarlehens abschreiben, was einer Belastung von 132 Millionen Euro entsprach. Nun warnte GVB-Präsident Stefan Müller auf der Jahrespressekonferenz, dass den Instituten weitere Wertberichtigungen bis hin zur Totalabschreibung drohen. Die Banken sind über Beteiligungsgesellschaften mit 36,5 Prozent der größte Aktionär des Krisenkonzerns und haben in den vergangenen zwei Jahren bereits rund 550 Millionen Euro zur Stützung bereitgestellt.
Geplatzter Deal reißt Milliardenloch
Verantwortlich für die eskalierende Lage ist die Tochtergesellschaft BayWa r.e. Der ursprüngliche Rettungsplan sah vor, eine 51-Prozent-Beteiligung an der Energiesparte für bis zu 1,7 Milliarden Euro zu veräußern. Nachdem die USA jedoch Fördermittel für erneuerbare Energien gestrichen haben, brachen die erzielbaren Preise ein. Damit fehlt die zentrale Rechengrundlage der Sanierung: Von den bis 2028 benötigten vier Milliarden Euro sind derzeit lediglich 1,3 Milliarden Euro gesichert.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BayWa?
Um die Lücke zu verkleinern, treibt das Management nun Notverkäufe wie den der neuseeländischen Obsthandelstochter T&G Global voran, der rund 300 Millionen Euro einbringen soll. Parallel dazu streicht das Unternehmen bis 2027 rund 1.300 Stellen und schließt 26 Niederlassungen. Diese tiefe fundamentale Krise spiegelt sich auch langfristig im Chart wider, wo der Titel auf 12-Monats-Sicht einen Verlust von gut 15 Prozent verzeichnet und aktuell bei 15,00 Euro notiert.
Verhandlungen unter extremem Zeitdruck
Das Management verhandelt derzeit mit Kernbanken wie der DZ Bank und der HVB über eine Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026. Stimmen die Gläubiger zu, gewinnt der Konzern die nötige Zeit für die operative Restrukturierung. Eine belastbare Datenbasis zur Bewertung des Agrarkonzerns erhalten Investoren ohnehin erst spät: Wegen der komplexen Strukturmaßnahmen verzögert sich die Vorlage des geprüften Konzernabschlusses für das Jahr 2025 bis in das vierte Quartal 2026.
BayWa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BayWa-Analyse vom 7. April liefert die Antwort:
Die neusten BayWa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BayWa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BayWa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
