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Symbolbild, KI-generiert

BayWa Aktie: 50-Millionen-Schwelle im Aufsichtsrat

Der angeschlagene Agrarkonzern BayWa kämpft mit Führungsvakuum, staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und einem milliardenschweren Sanierungsplan.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Mehrere Aufsichtsräte treten zurück
  • Ermittlungen wegen Untreue gegen Ex-Chef
  • Stellenabbau von 1.300 Arbeitsplätzen geplant
  • Gläubigerverzicht in Milliardenhöhe gefordert

Der Agrarkonzern BayWa kämpft ums nackte Überleben. Während das Management eine Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro schließen muss, bricht das Kontrollgremium auseinander. Parallel dazu ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen frühere Führungskräfte. Die juristische Eskalation trifft das Unternehmen zur absoluten Unzeit.

Flucht aus dem Aufsichtsrat

Drei Mitglieder haben das Kontrollgremium bereits verlassen. Ein Gericht hat die Nachfolger vorerst bestellt. Die Aktionäre sollen sie erst auf der Hauptversammlung 2026 bestätigen. Ein Termin dafür fehlt bislang.

Das neu formierte Gremium greift nun härter durch. Die Schwelle für zustimmungspflichtige Geschäfte sank radikal auf 50 Millionen Euro.

Ermittler machen Druck

Die juristischen Probleme wiegen schwer. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen ehemalige Führungskräfte wegen Untreue. Darunter befindet sich auch Ex-Chef Marcus Pöllinger. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Zuvor hatte bereits die Finanzaufsicht BaFin Alarm geschlagen. Der Vorwurf: BayWa verschwieg im Geschäftsbericht 2023 wesentliche Risiken. Konkret ging es um einen Milliardenkredit und eine Anleihe über 500 Millionen Euro. Die Folge: Die Kanzlei TILP bereitet bereits Schadensersatzklagen für Aktionäre vor.

Harte Einschnitte geplant

Auch der langjährige Wirtschaftsprüfer PwC steht unter Druck. Die Aufsichtsstelle Apas leitete ein Verfahren ein. BayWa zieht Konsequenzen: KPMG soll den Jahresabschluss 2026 prüfen.

Diese Unruhe gefährdet den gesamten Sanierungsplan. Der Konzern muss die Stillhaltevereinbarung mit den Kernbanken zwingend bis Herbst 2026 verlängern. Das neue Konzept verlangt harte Einschnitte.

BayWa streicht rund 1.300 Stellen. Zusätzlich fordern die Münchner einen Gläubigerverzicht in Milliardenhöhe. Bis 2028 sollen die Schulden um vier Milliarden Euro sinken.

Operative Signale verpuffen

Im Tagesgeschäft gibt es erste Lichtblicke. Der Umsatz sank im ersten Quartal zwar planmäßig auf 2,3 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis übertraf jedoch die internen Erwartungen.

Die Börse ignoriert diese operativen Signale völlig. Ohne testierte Zahlen und ohne Bankeinigung fehlen Investoren alle fundamentalen Ankerpunkte. Die Richtung entscheidet sich verbindlich frühestens im vierten Quartal. Dann müssen Bankeneinigung und Jahresabschluss endgültig vorliegen.

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