Die BayWa treibt die Erneuerung ihrer Kontrollgremien voran – mitten in einer tiefgreifenden Existenzkrise. Drei Expertinnen wurden gerichtlich in den Aufsichtsrat berufen. Parallel dazu verschärft der Agrar- und Handelskonzern den Sparkurs.
Die Aktie notierte zuletzt bei 12,35 Euro, ein Minus von 5,7 Prozent am Donnerstag. Seit Jahresbeginn hat das Papier über 26 Prozent verloren. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 11,50 Euro beträgt nur noch gut sieben Prozent.
Experten im Aufsichtsrat
Der neue Aufsichtsrat setzt auf Kompetenzen in Landwirtschaft, Digitalisierung und Finanzen. Neu bestellt wurden Dr. Ines Kapphan (Zürich), Solveig Menard-Galli (Wien) und Christine Rittner-Koch (Heilbronn). Ziel ist eine schlagkräftigere Überwachung des Vorstands.
Gleichzeitig reformiert BayWa das Wahlsystem. Ab 2028 sollen die Kapitalseitenvertreter jährlich in Teilgruppen gewählt werden. Die Amtszeit der Aufsichtsräte sinkt von fünf auf vier Jahre – ein Signal für flexiblere Governance.
1.300 Stellen bis 2027
Das Management plant einen massiven Personalabbau. Bis 2027 sollen konzernweit rund 1.300 Arbeitsplätze wegfallen. Einzelne Standorte werden geschlossen. Der Konzern will sich auf profitable Kerngeschäfte konzentrieren.
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Hintergrund ist eine milliardenschwere Finanzierungslücke. Dem Unternehmen fehlen nach Verzögerungen beim Verkauf der Ökostromtochter BayWa r.e. rund 2,7 Milliarden Euro an Liquidität. Die Banken drängen auf konsequente Sparmaßnahmen.
Verschärfte Kontrolle
Um das Vertrauen der Gläubiger zurückzugewinnen, senkte BayWa die Kontrollschwelle für Vorstandsgeschäfte drastisch. Ab sofort sind Geschäfte ab einem Volumen von 50 Millionen Euro genehmigungspflichtig durch den Aufsichtsrat. Zuvor lag die Grenze bei 200 Millionen Euro.
Die Marktteilnehmer warten nun auf die Quartalsmitteilung am 26. Mai. Sie gilt als Gradmesser, ob die Kostensenkungen erste Wirkung zeigen und wie stabil die Liquiditätslage tatsächlich ist. Bis dahin bleibt die Aktie durch die Restrukturierungsverhandlungen und die ausstehenden testierten Abschlüsse für das Vorjahr extrem volatil.
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