In Washington ringt Bayer um die Lösung seines milliardenschweren Glyphosat-Problems. Vor dem Supreme Court geht es um die Grundsatzfrage, ob US-Bundesrecht lokale Warnhinweise aushebelt. Der Ausgang könnte tausende Klagen auf einen Schlag hinfällig machen. An der Börse reagieren Marktteilnehmer auf die mündliche Verhandlung mit Skepsis.
Das Papier verlor am Dienstag deutlich und schloss bei 36,62 Euro. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf neun Prozent. Technisch rückt nun die 200-Tage-Linie bei 34,46 Euro als mögliche Unterstützung ins Blickfeld.
Warten auf das Richterwort
Auslöser der Kursverluste ist der Rechtsstreit „Durnell“. Das Management äußerte sich zwar am Vorabend zufrieden mit der sorgfältigen Prüfung durch die obersten Richter. Ein finales Urteil erwarten Experten von JPMorgan allerdings erst für Ende Juni.
Die Entscheidung besitzt enorme Tragweite. Sie hat laut Analysten Signalwirkung für rund 80 Prozent der noch anhängigen Glyphosat-Verfahren. Matthew Weston von der UBS hält ungeachtet der juristischen Hängepartie an seiner Kaufempfehlung fest. Er sieht das Kursziel weiterhin bei 52 Euro.
Dividende und Quartalszahlen
Abseits des Gerichtssaals stehen für Anleger operative Termine an. Am heutigen Mittwoch ist die Auszahlung einer Dividende von 0,11 Euro je Aktie geplant. Die niedrige Ausschüttung spiegelt den strengen Sparkurs des Konzerns wider. Im Hintergrund läuft derweil eine weitere Frist ab. Kläger können sich noch bis zum 4. Juni einem bestehenden Milliarden-Vergleich anschließen.
Operativ rückt nun der 12. Mai in den Fokus. Dann veröffentlicht Bayer die Ergebnisse für das erste Quartal. Diese Zahlen müssen belegen, wie weit Vorstandschef Bill Anderson mit dem Schuldenabbau und dem Konzernumbau tatsächlich vorangekommen ist.
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