Der Konzernumbau bei Bayer zeigt erste Erfolge. Die Geduld der Großaktionäre ist allerdings begrenzt. Auf der virtuellen Hauptversammlung prallten am Freitag die Sanierungsfortschritte von CEO Bill Anderson auf die strikten Forderungen der Investoren. Einig sind sich beide Seiten nur in einem Punkt: Das laufende Jahr wird für die Leverkusener entscheidend.
Anderson präsentierte den Aktionären eine veränderte Bilanz. Seit dem Start seiner Neuausrichtung hat das Management rund 14.000 Stellen abgebaut. Allein im vergangenen Jahr fielen 4.700 Arbeitsplätze weg. Das Unternehmen agiert schlanker, die Schuldenlast sinkt und die Agrarsparte Crop Science setzt ihren Profitabilitätsplan um. Hinzu kommt eine wachsende Pharma-Pipeline. Die Arbeit sei jedoch noch nicht abgeschlossen, räumte der Vorstandschef ein.
Investoren fordern strategische Neuordnung
Vertreter von Fondsgesellschaften wie Deka, DWS und Union Investment lobten die operative Erholung. Der Druck auf das Management bleibt trotzdem hoch. Deka-Experte Ingo Speich forderte eine ergebnisoffene Prüfung der Konzernstruktur. Nach ersten juristischen Entlastungen in den USA dürfe sich Bayer nicht mit kosmetischen Anpassungen begnügen.
Union Investment stützte indes Andersons Kurs, eine Abspaltung der Sparte für rezeptfreie Medikamente vorerst ruhen zu lassen. Trotz der Kritik signalisierten die großen Adressen, den Vorstand für das abgelaufene Jahr entlasten zu wollen. Auch im Management stehen Veränderungen an. Judith Hartmann übernimmt Ende Mai das Finanzressort von Wolfgang Nickl.
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US-Rechtsstreit und Dividende im Fokus
Parallel dazu bereitet sich der Konzern auf einen wichtigen Termin in den USA vor. Am Montag verhandelt der US Supreme Court den Fall Durnell. Aktionäre drängen hier auf eine rasche Beilegung der Glyphosat-Klagen, nachdem im März bereits ein erster Vergleichsvorschlag vorläufig genehmigt wurde. Um die Verschuldung im eigenen Haus weiter zu drücken, steht für das Geschäftsjahr 2025 erneut lediglich die gesetzliche Mindestdividende von 0,11 Euro je Aktie zur Abstimmung.
An der Börse reagierten Anleger am Freitag verhalten. Die Bayer-Aktie schloss nach leichten Tagesverlusten bei 38,50 Euro. Auf Jahressicht steht für das Papier dennoch ein sattes Plus von rund 71 Prozent auf der Kurstafel.
Am 12. Mai präsentiert das Management die Zahlen für das erste Quartal. Dann muss der Vorstand beweisen, dass die Kostensenkungen weiter greifen und die neuen Medikamente verlässliche Umsätze liefern.
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