Bayer bekommt Rückenwind aus zwei Richtungen. In China darf der Konzern den Gerinnungshemmer Asundexian verkaufen, und beim Prostatakrebsmittel Nubeqa liefert eine Studie deutlich früher als erwartet starke Daten. Beide Nachrichten treffen die Pharmasparte dort, wo der Konzern seine Zukunft sucht.
Sunharbo: Zulassung in China
Die chinesische Arzneimittelbehörde NMPA hat Asundexian unter dem Markennamen Sunharbo zugelassen. Das Medikament dient der Vorbeugung weiterer Schlaganfälle bei Patienten, die zuvor einen nicht-kardioembolischen ischämischen Schlaganfall oder eine hochriskante transitorische ischämische Attacke erlitten haben. Bayer teilte die Entscheidung am Montag mit.
Der Wirkstoff gilt als potenzieller Nachfolger von Xarelto, dem früheren Blockbuster des Konzerns. China ist für das Geschäft ein wichtiger Markt. Die Zulassung dort schafft einen ersten großen Absatzkanal für die Substanz.
Die Aktie legte am Vormittag zeitweise um mehr als drei Prozent zu. Am Nachmittag hatte sie diese Gewinne allerdings abgegeben: Auf Tradegate notierte sie gegen 15:17 Uhr bei 39,15 Euro und damit 1,82 Prozent im Minus.
Nubeqa: Daten kommen zwei Jahre früher
Den zweiten Impuls lieferte der Krebskongress ESMO. Dort stellte Bayer am Samstag Zwischenergebnisse der Phase-III-Studie DASL-HiCap vor. Getestet wurde Nubeqa bei Männern mit lokal begrenztem Prostatakrebs und sehr hohem Rückfallrisiko, kombiniert mit Hormonentzugstherapie und Bestrahlung. Das Risiko für Metastasen sank spürbar.
Bemerkenswert ist das Timing: Die Daten kommen rund zwei Jahre früher als erwartet. Die Bank of America sieht darin ein Umsatzpotenzial, das über den bisherigen Markterwartungen liegen könnte. Nubeqa könnte demnach zu Bayers größtem Pharmahit werden.
Analysten bleiben zuversichtlich
Das Analystenbild fällt klar aus. Von den zuletzt acht erfassten Einschätzungen rät nur eine zum Halten. Die Kursziele reichen von 46 bis 70 Euro und liegen damit durchweg über dem aktuellen Niveau.
Die Kombination aus China-Zulassung und vorgezogenen Nubeqa-Daten stützt die These, dass Bayers Pharma-Pipeline die Lücke nach dem Xarelto-Patentablauf schließen kann. Ob die Aktie die Vormittagsgewinne zurückholt, hängt nun vor allem davon ab, wie schnell Sunharbo in China in den Markt kommt.
Stand heute, 26. Oktober: Bayer – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Bayer investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 26. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
