Zwei Nachrichten aus unterschiedlichen Welten treffen an diesem Freitag auf Bayer – und beide bewegen die Aktie. Während der Konzern in Japan seine Pharma-Pipeline weiter ausbaut, kommt aus den USA juristische Entlastung im jahrelangen Glyphosat-Streit. Die Bayer-Aktie legte im Xetra-Handel zeitweise über ein Prozent zu.
Kerendia bekommt eine zweite Zulassungsspur
Bayer hat in Japan die Zulassung für Kerendia bei nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung beantragt – gestützt auf positive Daten der Phase-3-Studie FIND-CKD. Der Wirkstoff Finerenon ist bereits in mehr als 100 Ländern für die Behandlung von CKD in Verbindung mit Typ-2-Diabetes zugelassen.
Die neue Indikation würde die Zielgruppe deutlich erweitern: Weltweit leben nach Unternehmensangaben etwa 850 Millionen Menschen mit chronischer Nierenerkrankung, mehr als die Hälfte davon ohne begleitenden Diabetes.
Kerendia entwickelt sich für Bayer zum zentralen Wachstumstreiber im Pharmageschäft. Im zweiten Quartal erlöste das Mittel 329 Millionen Euro – ein Plus von knapp 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit Erlösen von über einer Milliarde Euro.
Ergänzend dazu hatte Bayer zu Wochenbeginn in Japan bereits die Zulassung für Hyrnuo (Sevabertinib) erhalten, ein Mittel gegen HER2-mutierten nicht-kleinzelligen Lungenkrebs. Es ist nach Unternehmensangaben die erste in Japan zugelassene zielgerichtete Therapie für diese spezielle Indikation.
Rückschlag für Glyphosat-Kläger
Parallel zur Pharma-Front gab es Bewegung im Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Roundup. Ein US-Berufungsgericht wies den Versuch von Klägern ab, die Zuständigkeit für die Billigung des milliardenschweren Sammelvergleichs an ein Gericht in Kalifornien zu verlagern. Dessen Richter hatte sich zuvor kritisch zu dem 7,25 Milliarden Dollar teuren Vergleich geäußert, den Bayer im Februar mit großen US-Anwaltskanzleien geschlossen hatte.
Das Berufungsgericht bestätigte stattdessen die Zuständigkeit eines Staatsgerichts in Missouri. Bayers US-Tochter Monsanto reagierte zuversichtlich und rechnet damit, dass der Vergleich nach einer Anhörung am 14. September endgültig genehmigt wird.
Für Bayer bündeln sich damit an einem Tag zwei Entwicklungslinien, die den Konzern seit Jahren prägen: der Ausbau des Pharmageschäfts als Wachstumshebel und die schrittweise juristische Entlastung von den Glyphosat-Altlasten. Die Anhörung Mitte September dürfte zeigen, ob der milliardenschwere Vergleich tatsächlich den erhofften Schlussstrich zieht.
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