Ausgerechnet am zehnten Jahrestag der Monsanto-Fusionsvereinbarung könnte Bayer eines seiner größten Erbstücke aus diesem Deal endgültig loswerden. Am Montagnachmittag verhandelt das Gericht im US-Bundesstaat Missouri über die finale Genehmigung eines milliardenschweren Sammelvergleichs zu den „Roundup“-Klagen. Die Aktie reagiert bereits vor der Entscheidung mit deutlichen Gewinnen.
Am Vormittag zogen die Papiere um 2,5 Prozent auf 49,36 Euro an, im weiteren Handelsverlauf verstärkte sich die Bewegung auf ein Plus von gut vier Prozent. Damit erreicht die Bayer-Aktie den höchsten Stand seit Anfang August und nimmt erneut die Marke von 50 Euro. Seit Jahresbeginn zählt sie damit zu den stärksten Werten im DAX.
Der Preis der Monsanto-Übernahme
Die Wurzel des Rechtsstreits liegt zehn Jahre zurück: Im September 2016 unterzeichnete Bayer die bindende Vereinbarung zur Übernahme des US-Agrarkonzerns Monsanto, finanziert mit rund 63 Milliarden Dollar. Der Deal machte Bayer zu einem der größten Agrarchemie-Unternehmen der Welt — brachte aber auch die PCB- und Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten ins Haus, die den Konzernwert seither belasten.
Im Februar hatte Bayer angekündigt, aktuelle und künftige Klagen rund um den Unkrautvernichter „Roundup“ über einen Sammelvergleich beizulegen. Die Kosten dafür sind auf maximal 7,25 Milliarden Dollar begrenzt, verteilt über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren. Eine endgültige gerichtliche Genehmigung würde einen der zentralen Unsicherheitsfaktoren für die Aktie aus der Welt schaffen.
Wann kommt die Entscheidung?
Trotz des Kurssprungs bleibt der Ausgang offen. Nach Unternehmensangaben wird die eigentliche Entscheidung des Gerichts erst zu einem späteren Zeitpunkt erwartet — die Anhörung selbst markiert lediglich den nächsten Verfahrensschritt. Der Markt scheint das Risiko bereits einzupreisen, dass die Genehmigung kommt.
Charttechnisch öffnet sich damit Raum nach oben. Nach dem jüngsten Sprung liegt die nächste Hürde am Mehrjahreshoch von 53,92 Euro, das die Aktie bereits Anfang Juli erreicht hatte. Seither befand sich der Titel in einer Konsolidierungsphase — die heutige Bewegung könnte diese Phase nun beenden.
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