Während der Leverkusener Konzern an der Börse zuletzt Federn lassen musste, mehren sich hinter den Kulissen die positiven Signale. Ein erster juristischer Etappensieg im Dauerstreit um den Unkrautvernichter Roundup trifft auf wachsenden Optimismus großer Investmentbanken. Für Anleger rücken damit die fundamentalen Aussichten wieder stärker in den Vordergrund.
Rückenwind von der Wall Street
Gleich mehrere Großbanken signalisieren aktuell deutliches Vertrauen in die operative Erholung des Agrar- und Pharmariesen. Neben der UBS, die ein Kursziel von 52 Euro ausruft, sehen auch Goldman Sachs (54 Euro) und Barclays (48 Euro) erhebliches Aufwärtspotenzial. Treiber dieser Neubewertung ist die Aussicht auf ein Ende der jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen.
Ein US-Richter erteilte dem 7,25 Milliarden Dollar schweren Vergleichsvorschlag zu den Roundup-Klagen kürzlich eine vorläufige Genehmigung. Parallel blickt der Markt gespannt auf den 27. April. Dann verhandelt der US Supreme Court, ob Klagen wegen fehlender Warnhinweise durch Bundesrecht grundsätzlich ausgeschlossen sind. Eine Entscheidung der obersten Richter wird für die zweite Junihälfte erwartet.
Harter Schnitt für die Zukunft
Die juristischen Altlasten hinterlassen allerdings tiefe Spuren in der Bilanz. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 verzeichnete der Konzern einen Nettoverlust von 3,62 Milliarden Euro. Auch für 2026 rechnet das Management aufgrund der anstehenden Vergleichszahlungen mit einem negativen freien Cashflow. Operativ zeigt sich das Fundament mit einem bereinigten EBITDA von rund 9,67 Milliarden Euro jedoch robust, während die Nettofinanzverschuldung auf knapp 29,8 Milliarden Euro gedrückt werden konnte.
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Am Aktienmarkt spiegelte sich diese gemischte Nachrichtenlage zuletzt in deutlicher Skepsis wider. Mit einem Freitagsschlusskurs von 37,65 Euro hat das Papier auf Monatssicht rund 17 Prozent eingebüßt. Ein RSI-Wert von 20,1 signalisiert dabei eine charttechnisch stark überverkaufte Marktsituation.
Hauptversammlung bringt frische Impulse
Neue strategische Impulse könnte die anstehende virtuelle Hauptversammlung am 24. April liefern. Neben der Abstimmung über die Dividende von 0,11 Euro je Aktie rückt besonders die Consumer-Health-Sparte in den Fokus. Der Bereich mit Marken wie Aspirin und Bepanthen steuerte 2025 stolze 5,8 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz bei. Laut einer aktuellen Studie von Oddo BHF könnte eine künftige Abspaltung dieser Sparte wieder ein Thema werden, um verborgene Unternehmenswerte zu heben.
Für das laufende Jahr peilt das Management stabile Umsätze und ein währungsbereinigtes EBITDA zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro an. Ob das neue Betriebsmodell „Dynamic Shared Ownership“ die erhofften Einsparungen von zwei Milliarden Euro zügig liefert, wird sich zeitnah an den Geschäftszahlen ablesen lassen. Der nächste harte Prüfstein für den operativen Erholungspfad folgt am 12. Mai mit der Vorlage der Ergebnisse für das erste Quartal.
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