Fünf Milliarden Euro an kalkulierten Rechtskosten reißen in diesem Jahr ein tiefes Loch in die Kassen des Leverkusener Agrar- und Pharmakonzerns. Während das operative Geschäft durchaus Lichtblicke zeigt, blicken Investoren nun gebannt auf den 27. April. An diesem Tag verhandelt der US Supreme Court einen Fall, der zehntausenden Glyphosat-Klagen auf einen Schlag die rechtliche Grundlage entziehen könnte.
Der Durnell-Fall als Hebel
Im Zentrum der juristischen Auseinandersetzung steht die sogenannte „Preemption“. Die Richter in Washington klären im Durnell-Fall, ob das US-Bundesrecht zur Kennzeichnung von Herbiziden strengere Warnhinweise einzelner Bundesstaaten überlagert. Fällt das bis Ende Juni erwartete Grundsatzurteil zugunsten des Unternehmens aus, entfällt für einen Großteil der verbliebenen Klagen die Basis.
Bis eine finale Entscheidung vorliegt, belastet die juristische Aufarbeitung die Bilanz massiv. Für das laufende Jahr kalkuliert das Management mit einem tief negativen freien Cashflow zwischen minus 1,5 und minus 2,5 Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung dürfte sich zum Jahresende bei 32 bis 33 Milliarden Euro einpendeln. Demgegenüber rechnen Analysten für 2026 mit einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 4,30 bis 4,80 Euro.
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Barclays bleibt optimistisch
Trotz der hohen Schuldenlast behalten einige Finanzinstitute ihre positive Einschätzung bei. Die britische Investmentbank Barclays bestätigte am Freitag ihr Rating „Overweight“ mit einem Kursziel von 48 Euro. Analyst Charles Pitman-King stützt seinen Optimismus auf ein voraussichtlich solides operatives Ergebnis im ersten Quartal. Ein starkes Agrargeschäft untermauert diese These, zumal der Sektor aufgrund steigender Energiepreise und geopolitischer Spannungen im Nahen Osten generell von anziehenden Agrarrohstoffpreisen profitiert.
Dichter Terminkalender im Frühjahr
Bevor die Quartalszahlen am 12. Mai veröffentlicht werden, steht zunächst die virtuelle Hauptversammlung am 24. April an. Dort stimmen die Aktionäre über die vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro ab. Ein nachhaltiger charttechnischer Ausbruch über das aktuelle Kursniveau von knapp 40 Euro in Richtung des Februar-Hochs bei 50 Euro erfordert nun klare juristische Impulse aus Washington oder überraschend starke operative Daten aus dem Auftaktquartal.
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