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Bayer Aktie: UBS hebt Kursziel auf 62 Euro

Bayer verschiebt Glyphosat-Anhörung auf September und erhält nach starken Quartalszahlen höhere Kursziele von UBS und Goldman Sachs.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gerichtstermin auf September verlegt
  • UBS erhöht Ziel auf 62 Euro
  • Gewinnwende im zweiten Quartal
  • Schuldenziel für 2026 gesenkt

Bayer sorgt an diesem Donnerstag gleich mit zwei Nachrichten für Bewegung: Der Konzern hat gemeinsam mit den Klägeranwälten beantragt, die finale gerichtliche Anhörung zum milliardenschweren Glyphosat-Sammelvergleich in Missouri zu verschieben. Parallel dazu bekräftigen mehrere Analysehäuser nach den jüngsten Halbjahreszahlen ihre positive Einschätzung mit spürbar angehobenen Kurszielen.

Anhörung zum Glyphosat-Vergleich verschoben

Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa-AFX wird die für den 19. August geplante Anhörung zum 7,25-Milliarden-Dollar-Sammelvergleich nun auf den 10. September verlegt. Der zusätzliche Zeitraum soll genutzt werden, um Anträge von Klägern zu bearbeiten, die aus dem Vergleich aussteigen wollen – sogenannte Opt-out-Anträge. Bayer und die Klägerseite hatten den Antrag gemeinsam gestellt, was auf ein grundsätzlich einvernehmliches Vorgehen bei der Abwicklung des Vergleichs hindeutet. Der Fall bleibt für Anleger ein zentraler Belastungsfaktor, da er einen wesentlichen Teil der juristischen Altlasten aus der Monsanto-Übernahme berührt. Rückenwind hatte Bayer zuletzt bereits vom US-Supreme-Court erhalten: Ende Juni entschied das Gericht im Fall Durnell mit 7 zu 2 Stimmen zugunsten der Bayer-Tochter Monsanto, wie Reuters berichtete. Demnach schließt Bundesrecht bestimmte staatliche Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise aus, sofern eine Zulassung der US-Umweltbehörde EPA vorliegt.

Analysten erhöhen Kursziele nach starkem Quartal

Die operative Entwicklung des Konzerns gibt den optimistischen Stimmen unter den Analysten zusätzlichen Rückhalt. UBS-Analyst Matthew Weston hob sein Kursziel für Bayer heute von 52 auf 62 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“. Als Begründung nannte er die starke operative Entwicklung der Kernaktivitäten im zweiten Quartal. Bereits gestern hatte Goldman-Sachs-Analyst James Quigley sein Kursziel von 62,50 auf 63,50 Euro erhöht und die Einstufung „Buy“ beibehalten. Weitere Häuser zogen mit angehobenen Zielmarken nach, sodass sich das obere Ende der Analystenspanne inzwischen bei rund 60 bis 63,50 Euro bewegt. Nicht alle Stimmen sind gleich zuversichtlich: Ein Institut stufte Bayer mit einer neutralen Einschätzung und einem Kursziel von 46 Euro deutlich vorsichtiger ein und verweist damit auf die weiterhin bestehenden Risiken aus den laufenden Rechtsstreitigkeiten.

Solide Halbjahreszahlen als Basis

Grundlage für die positive Neubewertung sind die am Dienstag veröffentlichten Halbjahreszahlen. Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal währungs- und portfoliobereinigt um 2,2 Prozent auf 10,872 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen legte um 1,9 Prozent auf 2,144 Milliarden Euro zu und übertraf damit den Analystenkonsens von 1,94 Milliarden Euro. Besonders bemerkenswert: Bayer kehrte im zweiten Quartal mit einem Konzernergebnis von 219 Millionen Euro in die Gewinnzone zurück, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 199 Millionen Euro angefallen war. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sank zwar um 16,7 Prozent auf 0,95 Euro, lag damit aber über den Erwartungen der Analysten. Zusätzlich senkte der Konzern sein Ziel für die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende von zuvor 32 bis 33 Milliarden Euro auf nun 29 bis 30 Milliarden Euro und bestätigte seine währungsbereinigte Jahresprognose.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse hat sich die Zuversicht der Analysten bereits im Kurs niedergeschlagen: Binnen sieben Tagen legte die Aktie um 2,02 Prozent zu. Am heutigen Donnerstag notiert das Papier bei 49,39 Euro und damit nahezu unverändert zum Vortag. Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, fehlen aktuell noch 8,30 Prozent. Die anstehende Verschiebung der Gerichtsanhörung auf September dürfte das Thema Rechtsrisiken für Bayer-Anleger noch einige Wochen länger präsent halten.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.