Die Leverkusener ringen mit ihrer Zukunft. Gestern noch Jubelstimmung, heute der tiefe Fall – die Bayer-Aktie sackt am Mittwoch um über zehn Prozent ab und landet bei rund 45 Euro. Was ist passiert?
Der am Dienstag verkündete Glyphosat-Vergleich in den USA sollte eigentlich die langersehnte Erlösung bringen. Kurzzeitig schnellte die Aktie auf ein Mehrjahreshoch von 49,31 Euro. Doch die anfängliche Euphorie währte keine 24 Stunden. Denn der Deal hat einen salzigen Preis: Bis zu einer Milliarde Dollar jährlich von 2027 bis 2030 muss Bayer für Vergleichszahlungen zurücklegen. Bereits 2026 werden Zahlungen von fünf Milliarden Euro fällig – mit einem negativen freien Cashflow als Folge.
Das 21-Jahre-Programm und seine Tücken
Anders als der gescheiterte Versuch von 2020 setzt der neue Vergleich auf ein langfristiges Entschädigungsprogramm über 21 Jahre. Sowohl aktuelle als auch zukünftige Kläger werden in einem einheitlichen Rahmen berücksichtigt. Klingt nach Planungssicherheit – doch die hat ihren Preis.
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Peter Spengler von der DZ Bank reagierte prompt: Er senkte den fairen Wert von 51 auf 42 Euro und stufte die Aktie von „Kaufen“ auf „Verkaufen“ ab. Seine Diagnose: „Teuer erkaufter Schritt zu mehr Planungssicherheit.“ Zudem steht die Zustimmung der US-Gerichte noch aus, und mögliche Ausnahmeregelungen könnten das Konstrukt ins Wanken bringen.
Anleger nehmen Gewinne mit
Die Unsicherheit sitzt tief. Nach der mehr als Verdopplung des Kurses innerhalb eines Jahres nutzen viele Investoren die Gelegenheit, Kasse zu machen. Die finanzielle Belastung der kommenden Jahre wiegt schwer, und die Frage bleibt: Kann Bayer neben den Milliardenzahlungen noch genug Kraft für Innovationen und Wachstum aufbringen?
Langfristig könnte sich der Vergleich lohnen, räumt Spengler ein. Es gibt Beispiele aus der Vergangenheit, bei denen sich die Risikosituation betroffener Unternehmen nach ähnlichen Schritten deutlich verbesserte. Kurzfristig allerdings dürfte der Druck auf die Aktie anhalten – zu groß sind die finanziellen Verpflichtungen, zu unsicher der Ausgang des Gerichtsverfahrens.
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