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Bayer Aktie: Supreme Court prüft Glyphosat-Fall

Bayer sieht sich gleich zwei schwerwiegenden Herausforderungen aus Washington gegenüber: mögliche Strafzölle auf Medikamente und ein anstehendes Supreme-Court-Urteil zu Glyphosat.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • US-Prüfung von Strafzöllen auf deutsche Arzneien
  • Supreme Court entscheidet über Glyphosat-Klagen
  • Rückstellungen für Rechtsstreit auf 11,8 Milliarden Euro erhöht
  • Aktie fällt unter 50-Tage-Linie auf 37,21 Euro

Washington nimmt Bayer in die Zange. Die US-Regierung prüft Strafzölle auf deutsche Medikamente. Parallel dazu steht ein wegweisendes Urteil des Supreme Courts zum Glyphosat-Streit an. Der Leverkusener Konzern kämpft an zwei Fronten.

Strafzölle auf Medikamente drohen

US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer hat eine offizielle Untersuchung gegen Deutschland eingeleitet. Der Vorwurf: Die Bundesregierung drückt Medikamentenpreise künstlich. Dadurch tragen amerikanische Patienten einen unfairen Anteil der weltweiten Forschungskosten.

Die US-Regierung stützt sich dabei auf den Trade Act. Führt diese Prüfung zu Handelsmaßnahmen, drohen Bayer Zölle auf deutsche Pharmaprodukte. Das würde die Kostenstruktur der heimischen Produktion massiv belasten. Stellungnahmen sammelt Washington bis zum 10. August 2026.

Warten auf den Supreme Court

Ein weiteres Risiko lauert im Fall Monsanto gegen Durnell. Der US Supreme Court verhandelt über eine entscheidende Grundsatzfrage. Die Richter prüfen, ob das bundesweite US-Pestizidrecht Schadensersatzklagen nach einzelstaatlichem Recht ausschließt. Die US-Umweltbehörde EPA hatte zuvor keinen Krebswarnhinweis für Glyphosat verlangt.

Das Urteil betrifft rund 80 Prozent der noch offenen Klagen gegen Bayer. Eine Entscheidung fällt voraussichtlich bis Ende Juli.

Die finanzielle Last wiegt schwer. Im Februar erhöhte Bayer die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten auf 11,8 Milliarden Euro. Davon entfallen 9,6 Milliarden Euro auf den Glyphosat-Komplex. Für das Jahr 2026 plant der Konzern mit Auszahlungen von etwa fünf Milliarden Euro.

Neue Finanzchefin unter Druck

Mitten in dieser kritischen Phase lenkt Judith Hartmann die Finanzen. Sie übernahm den Posten am 1. Juni von Wolfgang Nickl.

An der Börse reagieren Investoren nervös. Die Bayer-Aktie rutscht am Montag um 1,59 Prozent auf 37,21 Euro ab. Die Folge: Das Papier fällt wieder unter die 50-Tage-Linie bei 37,74 Euro. Seit Jahresbeginn verbucht der Titel ein leichtes Minus von gut zwei Prozent.

Der nächste Termin steht bereits fest. Am 9. Juli 2026 findet die abschließende Anhörung zum Glyphosat-Sammelvergleich statt. Bis dahin diktieren Nachrichten aus den USA den Kurs.

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