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Bayer Aktie: Supreme Court gespalten

Die US-Richter zeigen sich gespalten, ob Bundesrecht staatliche Schadensersatzklagen gegen Bayer blockieren kann. Ein Urteil steht noch aus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Richter uneins über Klageblockade
  • Fall um Roundup und Krebserkrankung
  • Bayer verweist auf EPA-Zulassung
  • Urteil bis Ende Juni erwartet

Die Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof der USA ist gelaufen — ein klares Ergebnis gibt es noch nicht. Die Richter zeigten sich am Montag uneins darüber, ob bundesrechtliche Vorschriften zur Pestizidetikettierung staatliche Schadensersatzklagen gegen Bayer blockieren können.

Im Mittelpunkt steht der Fall des Missouri-Gärtners John Durnell, der jahrelang ohne Schutzausrüstung mit Roundup arbeitete und anschließend an Non-Hodgkin-Lymphom erkrankte. Eine Jury sprach ihm 2023 rund 1,25 Millionen Dollar Schadensersatz zu, was ein staatliches Berufungsgericht 2025 bestätigte. Bayer hält dagegen: Die US-Umweltschutzbehörde EPA habe Roundup wiederholt als unbedenklich eingestuft und entsprechende Etiketten ohne Krebswarnung genehmigt — staatliche Zusatzanforderungen seien damit unzulässig.

Flickenteppich oder Schutzlücke?

Genau hier klaffen die Positionen der Richter auseinander. Konservative wie Chefrichter John Roberts signalisierten durchaus Verständnis für das Bundeseinheitsargument. Gleichzeitig hinterfragten sie, was passiere, wenn ein Produkt nach der behördlichen Zulassung als gefährlich eingestuft werde und die Bundesstaaten keine Handhabe hätten, Verbraucher zu warnen. Richterin Elena Kagan und Richter Brett Kavanaugh betonten die Problematik eines Flickenteppichs aus 50 unterschiedlichen Kennzeichnungspflichten — ein Szenario, das auch die Trump-Administration ablehnt, die sich ausdrücklich auf Bayers Seite gestellt hat.

Milliarden im Hintergrund

Der juristische Ausgang hat unmittelbare wirtschaftliche Konsequenzen. Mehr als 100.000 Klagen laufen derzeit in US-amerikanischen Gerichten. Im Februar hatte Bayer einen Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar angekündigt, um einen Großteil der Fälle beizulegen — allerdings sind davon rund eine Milliarde Dollar an Ansprüchen aus laufenden Berufungsverfahren ausgenommen. Ein Urteil zugunsten Bayers könnte Tausende weitere Klagen obsolet machen und wäre damit ein zentrales Element im Plan von Konzernchef Bill Anderson, den Roundup-Rechtsstreit 2026 endgültig einzudämmen.

Das Urteil des Supreme Court wird bis Ende Juni erwartet.

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Diskussion zu Bayer

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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