Der Supreme Court der Vereinigten Staaten hat Ende Juni mit 7:2 Stimmen zugunsten von Bayer im Fall Durnell entschieden. Das Gericht stellte klar, dass der Bundesgesetz FIFRA (Federal Insecticide, Fungicide, and Rodenticide Act) einzelstaatliche Klagen wegen angeblich unzureichender Krebswarnhinweise blockiert. Tausende Klagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup verlieren damit ihre rechtliche Grundlage, wie Handelsblatt und ZDF berichteten.
Die Entscheidung markiert einen der bedeutendsten juristischen Erfolge für Bayer seit der Monsanto-Übernahme. Über Jahre hatte der Konzern Milliardensummen für Vergleiche und Rückstellungen aufgewendet, während neue Klagen kontinuierlich nachrückten. Das höchstrichterliche Urteil entzieht einem Großteil dieser Verfahren nun die Basis.
Vergleichsanhörung verschoben, aber Termin steht fest
Parallel dazu bleibt der bereits terminierte Vergleichsprozess ein Faktor: Ein Gericht in Missouri hat die Anhörung zum Glyphosat-Vergleich von ursprünglich 19. August auf den 14. September verschoben. Monsanto und die Class Counsel hatten die Verschiebung gemeinsam beantragt, wie Bayer bestätigte. Der neue Termin bleibt damit der nächste wichtige Fixpunkt für Anleger, die die endgültige rechtliche Bereinigung des Roundup-Komplexes verfolgen.
Das Zusammenspiel aus höchstrichterlichem Präzedenzfall und dem anstehenden Vergleichstermin verändert die Ausgangslage für Bayer spürbar. Sollte der Vergleich im September bestätigt werden, könnte der Konzern einen der größten Unsicherheitsfaktoren der vergangenen Jahre weitgehend abschließen.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigt sich die Aktie am heutigen Donnerstag mit einem Rückgang von 1,5 Prozent auf 48,44 Euro. Der Kurs liegt damit rund zehn Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, das Anfang Juli erreicht wurde. Zugleich notiert das Papier deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 40,69 Euro – ein Zeichen, dass der mittelfristige Aufwärtstrend trotz der jüngsten Konsolidierung intakt bleibt.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn bereits 31 Prozent zugelegt, auf Sicht von zwölf Monaten steht sogar ein Plus von 74 Prozent zu Buche. Diese Rally speist sich aus mehreren Faktoren: der operativen Erholung im Agrargeschäft, der Bilanzentlastung durch den Verkauf der Minderheitsbeteiligung am Verhütungsmittelgeschäft an Apollo sowie eben der juristischen Fortschritte im Glyphosat-Komplex.
Was der Termin im September bedeutet
Für Anleger rückt der 14. September damit stärker in den Fokus als je zuvor. Anders als frühere Verschiebungen, die oft mit neuer Unsicherheit einhergingen, folgt diese Terminverlegung nun auf ein für Bayer günstiges höchstrichterliches Urteil. Die Verhandlungsposition des Konzerns gegenüber Klägern hat sich dadurch strukturell verändert – ein Aspekt, der die Bewertung des verbleibenden Rechtsrisikos für die kommenden Wochen prägen dürfte.
Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 20. August liefert die Antwort:
Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
