Startseite » News zu Unternehmen » Analystenstimmen » Bayer Aktie: Section 301 Untersuchung zu Arzneimittelpreisen

Bayer Aktie: Section 301 Untersuchung zu Arzneimittelpreisen

Bayer sieht sich mit US-Ermittlungen zu Medikamentenpreisen konfrontiert, schließt Perfuse-Übernahme ab und kämpft juristisch gegen Johnson & Johnson.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • USA prüfen deutsche Arzneimittelpreise
  • Perfuse-Übernahme für 300 Mio. Dollar abgeschlossen
  • Rechtsstreit mit Johnson & Johnson eskaliert
  • Aktie notiert auf 50-Tage-Linie

Bayer schließt eine Übernahme ab, streitet mit Johnson & Johnson vor Gericht — und sieht sich gleichzeitig einer neuen handelspolitischen Bedrohung aus Washington gegenüber. Die kommende Woche bringt gleich mehrere Entscheidungen, die den Kurs bewegen könnten.

Washington zielt auf deutsche Arzneimittelpreise

US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer hat eine Untersuchung nach Section 301 des US-Handelsgesetzes eingeleitet. Die Frage: Benachteiligt Deutschlands Preispolitik für Medikamente amerikanische Patienten und Hersteller?

Greer erklärte, der Untersuchung seien monatelange Gespräche mit der Bundesregierung vorausgegangen — offenbar ohne Ergebnis. Auslöser ist das geplante GKV-Sparpaket der Bundesregierung, das ein Finanzloch von rund 20 Milliarden Euro schließen soll. Die Abstimmung im Bundestag verschob sich auf Juli 2026.

Bayer betreibt wichtige Entwicklungs- und Produktionsstandorte in Deutschland. Sollten die USA nach der September-Anhörung tatsächlich Strafzölle auf deutsche Medikamente verhängen, müsste Bayer seine Margen im Nordamerika-Geschäft neu kalkulieren. Bis dahin bleibt das Exportgeschäft mit einem konkreten politischen Risiko behaftet. Öffentliche Kommentare plant Washington für August.

Perfuse-Übernahme und Nubeqa-Klage

Am 17. Juni schloss Bayer die Übernahme von Perfuse Therapeutics ab. Das Unternehmen ist nun vollständig integriert. Bayer hält damit alle Rechte an PER-001 — einem intravitrealen Implantat mit verzögerter Wirkstofffreisetzung, das sich in Phase II zur Behandlung von Glaukom und diabetischer Retinopathie befindet.

Die Vorabzahlung betrug 300 Millionen US-Dollar. Das Gesamtpotenzial der Transaktion liegt bei bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar, abhängig von Meilensteinzahlungen. Die Akquisition stärkt Bayers Augenheilkunde-Pipeline.

Parallel läuft ein Rechtsstreit mit Johnson & Johnson. Bayer wirft J&J vor, sein Konkurrenzprodukt Erleada mit einer fehlerhaften Realweltanalyse als überlegen gegenüber Nubeqa zu bewerben. Am 15. Juni reichte Bayer eine geänderte Klage ein und fordert eine dauerhafte Unterlassungsverfügung sowie Schadensersatz.

Charttechnik: Exakt auf der 50-Tage-Linie

Die Bayer-Aktie schloss die Woche mit einem Plus von knapp 5 Prozent auf 37,81 Euro — exakt auf Höhe des 50-Tage-Durchschnitts von 37,80 Euro. Vom 52-Wochen-Tief bei 25,09 Euro hat sich das Papier um mehr als 50 Prozent erholt. Auf Jahressicht liegt die Aktie trotz der jüngsten Erholung nahezu unverändert.

In der kommenden Woche treffen zwei Entwicklungen aufeinander: das erwartete Supreme-Court-Urteil im Glyphosat-Verfahren und die weitere Eskalation im US-Handelsstreit. Das Urteil könnte jahrelange Rechtsunsicherheit beenden — oder verlängern. Der Handelsstreit entzieht sich jeder verlässlichen Prognose.

Anzeige

Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 21. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Bayer

Bayer Chart