Bayer baut an einer juristischen Festung gegen die milliardenschwere Roundup-Klagewelle. Kurz vor den entscheidenden Anhörungen vor dem US Supreme Court liefert nun ein weiterer US-Bundesstaat unerwartete Schützenhilfe auf legislativer Ebene.
Das Parlament in Kentucky hat das Veto seines Gouverneurs überstimmt und ein neues Haftungsschutzgesetz in Kraft gesetzt. Damit laufen Klagen wegen angeblich unzureichender Krebswarnhinweise auf Roundup-Produkten in diesem Bundesstaat künftig ins Leere, sofern das Etikett von der US-Umweltbehörde EPA genehmigt wurde. Nach North Dakota und Georgia ist Kentucky bereits der dritte Staat, der einen solchen rechtlichen Schutzschild etabliert. Mindestens sechs weitere US-Staaten prüfen derzeit identische Gesetzentwürfe.
Supreme Court entscheidet über Altlasten
Die lokale Gesetzgebung flankiert eine viel größere juristische Auseinandersetzung auf Bundesebene. Ende April beginnen die mündlichen Verhandlungen vor dem US Supreme Court. Die Richter müssen klären, ob staatliche Klagen die Produktsicherheit überhaupt infrage stellen dürfen, wenn die EPA kein Krebsrisiko sieht. Bemerkenswert ist dabei der politische Rückenwind: Die Trump-Administration hat sich in dem Verfahren auf die Seite der Leverkusener geschlagen und damit die bisherige Haltung der Vorgängerregierung revidiert.
Ein günstiges Urteil hätte das Potenzial, einen erheblichen Teil der verbliebenen Rechtsrisiken auf einen Schlag zu neutralisieren. Bislang kostete der Streit um den Unkrautvernichter das Unternehmen mehr als 11 Milliarden US-Dollar in Vergleichen und Urteilen. Für das laufende Jahr rechnet das Management aufgrund klagebedingter Auszahlungen mit einem stark negativen freien Cashflow von rund 5 Milliarden Euro.
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Zweigleisige Strategie
Unabhängig vom Ausgang in Washington treibt das Management eine parallele Strategie voran. In Missouri strebt Bayer die Genehmigung eines landesweiten Klassenvergleichs über 7,25 Milliarden US-Dollar an. Dieser Ansatz dient als finanzielle Absicherung: Kläger erhalten eine Entschädigung, selbst wenn das höchste Gericht zugunsten des Konzerns entscheidet. Gleichzeitig deckelt Bayer potenzielle Kosten für den Fall einer juristischen Niederlage.
Für Anleger verdichtet sich der Nachrichtenfluss in den kommenden Wochen enorm. Neben der kürzlich bestätigten Rückkehr zum Wachstum in der Pharmasparte ab 2027 stehen folgende Schlüsseltermine an:
- 24. April 2026: Virtuelle Hauptversammlung
- 27. April 2026: Supreme-Court-Anhörung und Ex-Dividendentag
- 12. Mai 2026: Quartalszahlen zum ersten Quartal
- 4. Juni 2026: Opt-out-Frist für den Milliardenvergleich in Missouri
Ein abschließendes Urteil des Supreme Courts wird noch vor Ende der gerichtlichen Sitzungsperiode im Juni erwartet. Diese Entscheidung wird die rechtlichen Rahmenbedingungen für Tausende zukünftiger Klagen final definieren und die finanzielle Belastung des Konzerns für die kommenden Jahre verbindlich klären.
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