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Bayer Aktie: Ruveon zieht 446-Prozent-Zollantrag zurück

Bayer zieht umstrittene Antidumping-Zölle auf Glyphosat aus China nach Protesten von US-Farmerverbänden zurück.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zollantrag gegen China zurückgezogen
  • US-Landwirte protestierten erfolgreich
  • Neue Kooperation gegen Prostatakrebs
  • Apollo steigt mit Milliarden ein

Bayer vollzieht in dieser Woche einen bemerkenswerten Rückzieher. Der Konzern zieht einen umstrittenen Zollantrag gegen chinesisches Glyphosat zurück. Der Grund: massiver Widerstand aus der eigenen Kernkundschaft, den US-Landwirten.

Die Aktie schloss am Mittwoch bei 46,71 Euro, ein Minus von 1,87 Prozent. Seit dem 52-Wochen-Hoch Anfang Juli fehlen der Aktie damit 13,28 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 26,21 Prozent zu Buche.

Farmer zwingen Bayer zum Einlenken

Die Bayer-Tochter Ruveon, früher Teil von Monsanto, hatte bei der US-Handelsbehörde ITC Antidumping-Zölle auf Glyphosat-Importe aus China gefordert. Die geforderten Zölle hätten bis zu 446 Prozent betragen können.

Zwei einflussreiche Verbände legten sich quer: die National Corn Growers Association und die American Soybean Association. Sie warnten vor massiv steigenden Kosten für Farmer in einem ohnehin angespannten Agrarmarkt. Bayer zog den Antrag am Dienstag und Mittwoch formal zurück und begründete dies mit der Priorität für die Landwirte.

Der Schritt zeigt, wie stark Bayer auf das Verhältnis zu US-Farmern angewiesen bleibt. Ein eskalierender Handelskonflikt hätte das ohnehin belastete Verhältnis zur Agrar-Kundschaft weiter strapaziert.

Neue Allianz gegen Prostatakrebs

Im Pharmageschäft meldet Bayer parallel eine neue Kooperation. Das US-Biotechunternehmen Kairos Pharma will seinen Antikörper ENV-105 gemeinsam mit Bayers Xofigo testen. Xofigo, ein Radium-223-Präparat, ist bereits fest im Onkologie-Portfolio verankert.

Die Studie richtet sich an Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs. Ziel ist es, die Wirksamkeit bei therapieresistenten Verläufen zu steigern und das Marktpotenzial in diesem Segment auszubauen.

Bilanzstärkung durch Apollo bestätigt

Bereits am 10. Juli bestätigte Bayer eine Vereinbarung mit dem Finanzinvestor Apollo Global Management. Apollo steigt mit drei Milliarden Euro als Minderheitsgesellschafter in eine neue Einheit ein. Diese Einheit bündelt das Geschäft mit lang wirksamen Verhütungsmitteln.

Bayer behält die Mehrheit und die volle operative Kontrolle. Das frische Kapital soll vor allem den Schuldenabbau vorantreiben und anstehende Anleihelaufzeiten absichern.

Biokraftstoff als neues Standbein

Auf der kanadischen Messe „Ag in Motion“ zeigt Bayer diese Woche zudem Fortschritte bei Camelina. Die Ölsaat, vermarktet unter der Marke newgold, dient als Rohstoff für nachhaltige Flugkraftstoffe und Biodiesel.

Eine im Mai geschlossene Allianz mit BP treibt den Anbau in Nordamerika voran. Bayer nutzt dabei die Expertise aus der Übernahme von Smart Earth Camelina. Landwirte erhalten so eine zusätzliche Einnahmequelle außerhalb klassischer Fruchtfolgen.

Am 4. August legt Bayer die Zahlen zum zweiten Quartal vor. Analysten richten den Blick dabei besonders auf die bereinigte Gewinnprognose fürs Gesamtjahr und auf neue Details zu den US-Rechtsrisiken.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.