Bayer mischt sich in eine der heikelsten Debatten der Pharmaindustrie ein. Konzernchef Stefan Oelrich fordert von europäischen Regierungen höhere Arzneimittelpreise — und spricht damit nicht nur für Bayer, sondern als Präsident des Pharmaverbands EFPIA für die gesamte Branche.
Der Hintergrund: Seit die USA internationale Referenzpreise eingeführt haben, sind neue Medikamentenzulassungen in EU-Märkten laut dem Marktforscher GlobalData um rund 35 Prozent zurückgegangen — gemessen an den zehn Monaten vor und nach der entsprechenden US-Exekutivanordnung. Das bisherige Modell, bei dem amerikanische Patienten die globale Pharmaforschung faktisch quersubventionieren, steht damit unter Druck. Europa werde sich „über die Zeit zu höheren Preisniveaus hin neu ausrichten müssen“, so Oelrich.
Interner Gegenwind belastet das Pharmageschäft
Die Debatte trifft Bayer zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Zwar entwickeln sich die Wachstumstreiber Nubeqa und Kerendia besser als erwartet, reichen aber nicht aus, um die Rückgänge bei den Altprodukten aufzufangen. Für 2026 erwartet der Konzern beim Augenmedikament Eylea einen Umsatzrückgang von 20 bis 25 Prozent, beim Blutgerinnungshemmer Xarelto sogar einen Einbruch von 35 bis 40 Prozent.
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Als Gegengewicht verweist Bayer auf ein starkes Pipeline-Jahr 2025 mit fünf Erstzulassungen und sechs positiven Phase-III-Ergebnissen. Die Bereiche Onkologie, Kardiologie, Neurologie und Immunologie sollen das Wachstum mittelfristig stabilisieren.
Dichter Terminkalender bis Sommer
In den kommenden Wochen stehen mehrere Weichenstellungen an. Am 24. April findet die virtuelle Hauptversammlung statt, bei der eine Dividende von 0,11 Euro je Aktie zur Abstimmung steht. Am 27. April beginnen die mündlichen Verhandlungen vor dem US Supreme Court in der Roundup-Klagensache — das Urteil wird für die zweite Junihälfte erwartet und gilt als potenzieller Wendepunkt für die Unternehmensbewertung. Die Quartalsergebnisse für das erste Quartal 2026 folgen am 12. Mai.
Die Aktie notiert aktuell rund 20 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 49,17 Euro, hat sich aber seit dem Jahrestief im April 2025 nahezu verdoppelt. Wie weit die Erholung trägt, hängt maßgeblich vom Roundup-Urteil und der Entwicklung der neuen Pharmakandidaten ab.
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