Starke Jahreszahlen auf der einen Seite, neue politische Kontroversen auf der anderen — Bayer navigiert gerade durch unruhiges Fahrwasser. Interne Behördenunterlagen belegen ein Treffen zwischen EPA-Spitzenbeamten und Bayer-CEO Bill Anderson, das kurz vor einer Reihe von Regierungsschritten stattfand, die Bayers Position im Roundup-Verfahren vor dem US-Supreme Court stärkten.
Das EPA-Treffen und seine Folgen
Das Treffen vom 17. Juni umfasste neben Anderson zwei weitere leitende Bayer-Manager. Laut einer internen EPA-E-Mail sollte dabei explizit über „Supreme Court Action“ rund um das Glyphosat-Herbizid Roundup gesprochen werden. Wenige Monate später invozierte Präsident Trump den Defense Production Act zum Schutz glyphosatbasierter Herbizide. Ende Februar reichte Solicitor General Sauer beim Supreme Court ein Amicus Brief ein, das die volle Unterstützung der US-Regierung für Bayers Position signalisiert. Bayer selbst bezeichnete solche Treffen als „normalen Teil des regulatorischen Prozesses“.
Ob dieser Rückenwind ausreicht, entscheidet sich am 27. April: Dann finden die Oral Arguments vor dem Supreme Court statt. Rund 65.000 Klagen von Non-Hodgkin-Lymphom-Patienten stehen noch aus. Ein Urteil zugunsten Bayers könnte einen Großteil dieser Verfahren entkräften — ein gegenteiliges Ergebnis hingegen würde das bereits erhebliche Klagerisiko weiter verschärfen und den bestehenden Vergleich unter Druck setzen.
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Operative Basis bleibt stabil
Abseits der Rechtsunsicherheit lieferte Bayer für 2025 solide Zahlen. Der Konzernumsatz lag bei 45,6 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis je Aktie bei 4,91 Euro. Besonders das Corn-Seed-Geschäft der Agrarsparte wuchs kräftig, gestützt durch eine Lizenzvereinbarung mit Corteva. Im Pharmabereich erhielt Finerenon Anfang 2026 eine positive CHMP-Stellungnahme für die Zulassung bei Herzinsuffizienz — ein weiterer Schritt in der Kardiovaskulär-Pipeline.
Für 2026 erwartet Bayer einen Umsatz zwischen 45 und 47 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBITDA von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro. Die Vergleichszahlungen im Roundup-Komplex werden den Free Cash Flow in diesem Jahr jedoch ins Negative drücken.
Die Aktie notiert aktuell rund 21 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und hat in den vergangenen 30 Tagen gut 15 Prozent verloren — der RSI signalisiert mit einem Wert von knapp unter 20 eine stark überverkaufte Lage. Ende April werden gleich zwei Fixpunkte über die weitere Richtung mitentscheiden: die Hauptversammlung am 24. April und die Supreme-Court-Anhörung drei Tage später.
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