Jahresprognose bestätigt, Kerendia auf Wachstumskurs, neue US-Führungsstruktur — Bayer gibt trotz drückender Schulden und Milliardenrisiken aus Glyphosat-Klagen das Vollgas-Signal für die Pharmasparte. Ob das reicht, um die Aktie nachhaltig zu stabilisieren, ist die eigentliche Frage hinter den Zahlen.
Zölle? Kein Problem — sagt Bayer
Pharma-COO Sebastian Guth machte gegenüber Reuters unmissverständlich klar: Die neuen US-Importzölle auf Arzneimittel ändern nichts an der Jahresprognose 2026. Als Begründung verwies er auf das bestehende Handelsabkommen zwischen den USA und der EU, das Zölle auf die meisten Waren — einschließlich Medikamente — auf 15 Prozent begrenzt. Bayer hält damit an seinem Ziel fest: ein EBITDA vor Sonderposten von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro sowie stabile Umsätze von 45 bis 47 Milliarden Euro auf währungsbereinigter Basis.
Hinter dieser Zuversicht steckt vor allem ein Produkt. Kerendia, das Mittel gegen chronische Nierenerkrankungen bei Diabetes, erzielte im vierten Quartal 2025 einen Umsatzsprung von fast 93 Prozent auf 264 Millionen Euro — und kam im Gesamtjahr auf 829 Millionen Euro. Das Management peilt langfristig drei Milliarden Euro Jahresumsatz an. Zusätzlichen Schub könnte eine neue EU-Zulassung liefern: Die Europäische Kommission hat Kerendia für die Behandlung von Herzinsuffizienz bei Erwachsenen freigegeben.
Pipeline soll Wachstum ab 2027 sichern
Bayer setzt nicht nur auf Kerendia. Auf dem Pharma-Medientag Anfang April bestätigte der Konzern die Ambition, ab 2027 wieder mittleres einstelliges Umsatzwachstum zu erzielen und die operative Marge bis 2030 auf rund 30 Prozent zu steigern. Treiber sollen Kandidaten aus Onkologie, Kardiologie, Neurologie und Immunologie sein. Erste klinische Daten zum Prostatakrebs-Kandidaten 225Ac-PSMA-Trillium zeigten eine Gesamtansprechrate von 46 Prozent — ohne behandlungsbedingte Todesfälle, was für dieses frühe Stadium bemerkenswert ist.
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Zum 1. Mai 2026 etabliert Bayer zudem eine neue Führungsstruktur für den US-Pharmamarkt, um das Wachstumspotenzial des Portfolios gezielter auszuschöpfen.
Schulden und Klagen bleiben das Gegengewicht
Die operative Aufwärtsdynamik trifft auf eine nach wie vor belastete Bilanz. Der freie Cashflow sank 2025 um fast ein Drittel auf 2,08 Milliarden Euro. Für 2026 rechnet das Management mit klagebedingten Abflüssen von rund fünf Milliarden Euro — vor allem aus dem Glyphosat-Komplex, für den Rückstellungen von 11,8 Milliarden Euro gebildet wurden. Die Nettofinanzschulden lagen zum Jahresende 2025 bei knapp 29,9 Milliarden Euro.
Auf der virtuellen Hauptversammlung am 24. April 2026 sollen die Weichen neu gestellt werden: Marcel Smits und Alfred Stern sollen Paul Achleitner und Colleen Goggins im Aufsichtsrat ablösen. Als Dividende schlägt das Unternehmen 0,11 Euro je Aktie vor — identisch mit dem Vorjahr. Auszahlung ist für den 29. April geplant. Ein symbolisches Signal der Kontinuität, mehr nicht — solange die Klagen den Cashflow belasten.
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