Bayer kauft sich frische Technologie für die Augenheilkunde. Der Konzern hat die Übernahme des US-Biotech-Unternehmens Perfuse Therapeutics endgültig abgeschlossen. Damit fließen zunächst dreistellige Millionenbeträge über den Atlantik. Der Markt honoriert diesen strategischen Schritt.
Bayer zahlt eine Vorabsumme von 300 Millionen US-Dollar. Erreicht das Projekt alle Meilensteine, kann das Gesamtvolumen auf 2,45 Milliarden US-Dollar anwachsen. Im Zentrum des Deals steht das Implantat PER-001. Dieses Mittel gegen Grünen Star befindet sich in der zweiten klinischen Studienphase.
Analysten werten diesen Kauf als notwendigen Schritt. Der bisherige Blockbuster Eylea gerät zunehmend unter Wettbewerbsdruck. Das neue Implantat gibt den Wirkstoff über sechs Monate hinweg ab. Damit hebt sich die Technologie deutlich von täglichen Augentropfen ab.
Neue Finanzchefin übernimmt
Parallel zur Pipeline-Erweiterung baut Bayer die Führungsebene um. Seit Anfang Juni lenkt Dr. Judith Hartmann das Finanzressort. Die ehemalige Bertelsmann-Managerin übernimmt in einer anspruchsvollen Phase. Das Cashflow-Management hat nun oberste Priorität.
Das bereinigte operative Ergebnis stieg zuletzt an. Juristische Altlasten belasteten allerdings den freien Cashflow. Die Folge: Hartmann muss die operativen Zuwächse in eine stabile Bilanz übersetzen. Investoren hoffen auf eine strikte Kostendisziplin.
An der Börse kommt diese Mischung aus Pipeline-Wachstum und neuer Finanzführung gut an. Die Aktie kletterte am Mittwochvormittag um 1,25 Prozent auf 38,98 Euro. Damit baut das Papier den Abstand zur wichtigen 200-Tage-Linie weiter aus.
Der nächste Härtetest steht bereits im Kalender. Am 4. August präsentiert Bayer die offiziellen Zahlen für das zweite Quartal. Dann muss die neue Finanzchefin erste konkrete Signale zur Schuldenreduzierung liefern.
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