Bayer sammelt im Pharmageschäft gleich zwei positive Signale. In China darf das Lungenkrebsmittel Sevabertinib künftig auch als Erstlinientherapie eingesetzt werden. Parallel dazu rückt das Prostatakrebspräparat Nubeqa als Umsatzstütze in den Vordergrund.
China öffnet die Erstlinie
Die chinesische Arzneimittelbehörde NMPA hat Sevabertinib für Patienten mit fortgeschrittenem HER2-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) in der Erstlinie zugelassen. Das teilte Bayer heute mit. Seit Jahresbeginn gab es in China bereits eine Zulassung als Monotherapie, allerdings erst nach vorheriger systemischer Behandlung.
In Japan und den USA besteht die Erstlinienzulassung seit dem Sommer. China zieht nun nach.
Bayers Pharma-Forschungsschef Christian Rommel verwies auf die Dimension der Erkrankung: Lungenkrebs sei weltweit weiterhin die häufigste Ursache krebsbedingter Todesfälle. HER2-mutiertes NSCLC sei eine eigenständige Unterform, die oft Menschen betreffe, die nie geraucht haben. Die Zulassung nannte er einen bedeutsamen Fortschritt für Patienten in China.
Nubeqa als tragende Säule
Die Pharmasparte wächst. Der Spartenumsatz legte zuletzt um acht Prozent zu, und Nubeqa gilt dabei bereits jetzt als eine der wichtigsten Stützen. Marktbeobachter halten es für wahrscheinlich, dass die Bedeutung des Präparats weiter wächst, falls sich die Anwendungsfelder ausweiten lassen.
Die Anleger honorierten die Nachrichten. Die Aktie legte im XETRA-Handel zeitweise knapp drei Prozent auf rund 53 Euro zu. Zu Handelsbeginn am Vormittag hatte das Plus noch bei etwa eineinhalb Prozent gelegen.
Einordnung
Mit der erweiterten China-Zulassung gewinnt Sevabertinib in einem der größten Pharmamärkte der Welt an Reichweite. Die Erstlinienindikation gilt als der kommerziell bedeutendere Einsatzbereich, weil sie mehr Patienten erreicht als die Behandlung nach einer Vortherapie.
Zusammen mit dem Wachstum bei Nubeqa verschiebt sich das Bild der Pharmasparte vom Sorgenkind hin zu einem Bereich mit konkreten Wachstumstreibern. Zusätzliche Studiendaten zu neuen Nubeqa-Anwendungsfeldern würden diese Entwicklung weiter untermauern.
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