Zwei Patente laufen aus, doch bei Bayer wächst ein Medikament in die Lücke: Nubeqa. Das Prostatakrebsmittel mit dem Wirkstoff Darolutamid entwickelt sich zum Schwergewicht im Konzern, und der Markt traut ihm inzwischen mehr zu als noch vor Kurzem.
Vom 50-Millionen-Deal zum Blockbuster
Bayer hat Nubeqa von der finnischen Orion Pharma einlizenziert. Die Partnerschaft reicht bis ins Jahr 2014 zurück, damals trug die Substanz noch den Code-Namen ODM-201. Die Leverkusener zahlten lediglich 50 Millionen Euro im Voraus.
Das erweist sich als Glücksgriff. Im Jahr 2025 erlöste Bayer knapp 2,4 Milliarden Euro mit dem Mittel. Im ersten Halbjahr 2026 kamen bereits 1,63 Milliarden Euro hinzu.
Für das Gesamtjahr könnte Nubeqa mehr als 3,5 Milliarden Euro beisteuern. Die Anteile von Orion sind darin noch nicht enthalten.
Spitzenumsatz rückt höher
Analysten sehen das Spitzenumsatzpotenzial inzwischen zwischen 5,5 und 7,5 Milliarden Euro. Dieser Korridor gilt als realistischer geworden. Auf der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology in Madrid präsentierten die Partner weitere Daten zu Darolutamid. Sie deuten darauf hin, dass die Tablette auch in früheren Krankheitsstadien zum Einsatz kommen könnte. Das würde den adressierbaren Patientenkreis spürbar vergrößern.
Für Bayer ist das mehr als eine Randnotiz. Die einstigen Top-Seller Xarelto und Eylea verlieren durch auslaufende Patente an Umsatz. Nubeqa soll diese Einbußen zumindest teilweise auffangen.
Biologicals als Nebenschauplatz
Auch im Agrargeschäft gibt es Bewegung. Bayer hat mit dem kanadischen Unternehmen MustGrow eine Lizenz- und Kooperationsvereinbarung für Europa, den Nahen Osten und Afrika geschlossen. Es geht um TerraMG, ein aus Senfsaat gewonnenes biologisches Mittel gegen bodenbürtige Krankheiten.
Feldversuche bestätigten die Wirksamkeit und die Kompatibilität mit europäischer Ausbringtechnik, eine erste Meilensteinzahlung ist geflossen. Der Vertrag hat laut MustGrow einen Wert von rund 35 bis 40 Millionen US-Dollar vor Lizenzgebühren. Für den Konzern ist das finanziell überschaubar, passt aber zur strengeren EU-Regulierung synthetischer Pflanzenschutzmittel.
Den nächsten Belastungstest für die Nubeqa-These liefert Bayer am 3. November mit den Quartalszahlen. Dann zeigt sich, ob die Dynamik aus dem ersten Halbjahr anhält.
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