Bayer hat am Dienstag mit den Zahlen für das zweite Quartal 2026 einen Wendepunkt markiert. Der Konzern erzielte ein Nettoergebnis von 219 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 199 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte. Der Aktienkurs reagierte am heutigen Mittwoch mit einem Plus von 2,73 Prozent auf 49,72 Euro und baute damit die Erholung der vergangenen Woche weiter aus, in der das Papier bereits 4,65 Prozent zugelegt hatte.
Umsatz und Ergebnis ziehen an
Der Konzernumsatz stieg währungs- und portfoliobereinigt um 2,2 Prozent auf 10,872 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 1,9 Prozent auf 2,144 Milliarden Euro. Innerhalb der Sparten lieferte Crop Science den stärksten Impuls: Das bereinigte EBITDA der Agrarsparte kletterte um 30,2 Prozent auf 902 Millionen Euro. Im Pharmabereich lief es dagegen schwächer, das Ergebnis sank dort um 3,6 Prozent. Einen Lichtblick lieferte das Krebsmedikament Nubeqa, dessen Quartalsumsatz von 546 Millionen Euro im Vorjahr auf 820 Millionen Euro stieg.
Es war zugleich der erste Quartalsabschluss unter der neuen Finanzvorständin Judith Hartmann, die ihr Amt am 1. Juni angetreten hatte. Parallel zu den Zahlen senkte Bayer sein Ziel für die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende auf eine Spanne von 29 bis 30 Milliarden Euro, nach zuvor 32 bis 33 Milliarden Euro. Den währungsbereinigten operativen Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern unverändert.
Rechtsstreit rückt näher an eine Lösung
Ein zentrales Thema der Berichterstattung war der Fortschritt bei der Eindämmung von Rechtsrisiken. CEO Bill Anderson verwies auf ein Urteil des US Supreme Court im Fall „Durnell“ vom Juni, das die Position des Konzerns für einen geplanten Sammelvergleich im Glyphosat-Komplex stärke. Am 19. August steht bereits die nächste gerichtliche Anhörung zu einem vorgeschlagenen US-Sammelvergleich an, dessen Volumen sich auf bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar belaufen soll. Anleger dürften diesen Termin als nächsten wichtigen Prüfstein für die juristische Aufarbeitung des Glyphosat-Streits im Blick behalten.
Neben der Rechtslage und den Quartalszahlen meldete Bayer auch operative Fortschritte im Agrargeschäft: Die KI-gestützte Monitoring-Plattform „MagicTrap 2″ zur automatisierten Schädlingserkennung startete Ende Juli in 14 zusätzlichen europäischen Märkten.
Analysten reagieren positiv
Die Kombination aus Gewinnrückkehr, gesenktem Schuldenziel und juristischem Rückenwind kam an den Kapitalmärkten gut an. Die Deutsche Bank stufte die Bayer-Aktie am heutigen Mittwoch mit „Buy“ ein. Auch UBS bestätigte am selben Tag ihre „Buy“-Einstufung für das Papier. Beide Häuser signalisieren damit übereinstimmend Zuversicht in die weitere Entwicklung des Konzerns.
Der Kursverlauf spiegelt diese Einschätzung bereits wider: Seit Jahresanfang steht die Aktie mit 34,34 Prozent im Plus, zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro fehlen derzeit noch 7,69 Prozent. Zugleich notiert das Papier deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 39,53 Euro, ein Zeichen für den seit Monaten intakten Aufwärtstrend.
Für Anleger richtet sich der Blick nun auf die kommenden Wochen. Die Anhörung zum Glyphosat-Vergleich am 19. August dürfte zeigen, ob sich der juristische Rückenwind tatsächlich in eine belastbare Einigung übersetzen lässt. Am 3. November folgt mit der Q3-Quartalsmitteilung der nächste reguläre Termin, an dem sich zeigen wird, ob Bayer den nun eingeschlagenen Kurs aus operativer Verbesserung und sinkender Verschuldung fortsetzen kann.
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