Bayer hat für sein Krebsmedikament Hyrnuo mit dem Wirkstoff Sevabertinib grünes Licht von der japanischen Gesundheitsbehörde MHLW erhalten. Die Zulassung gilt für Patienten mit HER2-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) und markiert die erste zielgerichtete Therapie in Japan, die unabhängig von der bisherigen Behandlungslinie eingesetzt werden kann.
Studiendaten stützen den Zulassungserfolg
Grundlage der Entscheidung ist die Phase-I/II-Studie SOHO-01. Bei 73 untersuchten Patienten erreichte Sevabertinib eine objektive Ansprechrate von 75,3 Prozent, das Konfidenzintervall reicht von 63,9 bis 84,7 Prozent.
Die Wirkdauer lag im Median bei 12,2 Monaten, das progressionsfreie Überleben bei 13,5 Monaten. An Nebenwirkungen traten vor allem Durchfall, Hautausschlag und Nagelbettentzündungen auf, nur 3 Prozent der Patienten brachen die Behandlung deswegen ab.
Die Zulassung in Japan reiht sich in eine Serie internationaler Fortschritte für das Präparat ein. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Sevabertinib bereits im November 2025 im beschleunigten Verfahren zugelassen und im Mai 2026 zusätzlich den Priority-Review-Status vergeben.
Auch die chinesische Zulassungsbehörde NMPA erteilte Anfang des Jahres grünes Licht. Mit Japan gewinnt Bayer nun einen weiteren bedeutenden Pharmamarkt für das Onkologie-Präparat.
Pharmapipeline als Argument für Anleger
Für Bayer-Anleger ist die Nachricht vor allem deshalb relevant, weil sie die Fortschritte der Pharmasparte jenseits der bekannten Rechtsrisiken rund um Glyphosat unterstreicht. Der Konzern hatte erst vor wenigen Wochen eine Aufspaltung des Unternehmens ausgeschlossen und setzt stattdessen auf organisches Wachstum in seinen drei Sparten.
Eine wachsende Onkologie-Pipeline mit internationalen Zulassungen liefert dafür ein konkretes Argument, auch wenn der unmittelbare Umsatzbeitrag von Hyrnuo in den bisherigen Quartalszahlen noch keine Rolle spielt.
Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen bereits eine Erholung: Im zweiten Quartal 2026 verdiente Bayer 0,23 Euro je Aktie, nach einem Verlust von 0,20 Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg um gut ein Prozent auf 10,87 Milliarden Euro. Die nächste Quartalsbilanz ist für den 3. November angekündigt.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse löste die Nachricht keine größeren Ausschläge aus. Die Aktie notiert aktuell bei 48,61 Euro und liegt damit rund 2,8 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 47,28 Euro – ein Zeichen dafür, dass der jüngste Aufwärtstrend intakt bleibt, auch wenn die Zulassungsmeldung selbst kaum neue Kursimpulse setzte.
Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits rund 31 Prozent zugelegt, bleibt aber mit knapp 10 Prozent Abstand noch unter seinem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro.
Für Anleger dürfte die Hyrnuo-Zulassung in Japan daher weniger ein kurzfristiger Kurstreiber als vielmehr ein weiterer Baustein in der Argumentation sein, dass Bayers Pharmageschäft strukturell an Substanz gewinnt – ein Faktor, der insbesondere mit Blick auf die für den Herbst erwartete Glyphosat-Entscheidung an Bedeutung gewinnen könnte.
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