Für Bayer rückt eine entscheidende Woche näher. Am Freitag bittet der Vorstand zur virtuellen Hauptversammlung. Drei Tage später steht der Konzern vor dem US Supreme Court, wo es um die milliardenschweren Glyphosat-Klagen geht.
Die Aktie reagiert im Vorfeld nervös. Mit aktuell 40,40 Euro notiert das Papier knapp unter der wichtigen 100-Tage-Linie. Langfristig sieht das Bild besser aus. Auf Jahressicht verzeichnet der Kurs ein sattes Plus von rund 86 Prozent.
Dividende und Schuldenabbau
Aktionäre stimmen auf der Hauptversammlung über die Finanzen ab. Der Vorstand schlägt eine Dividende von lediglich 11 Cent je Aktie vor. Die Folge: eine minimale Ausschüttung. Bayer braucht das Kapital dringend, um die eigene Bilanz zu sanieren und juristische Risiken abzufedern.
Das Unternehmen baut Schulden ab. Bis zum Jahresende soll die Nettoverschuldung auf maximal 33 Milliarden Euro sinken. Der freie Cashflow fällt voraussichtlich negativ aus, das Management rechnet mit einem Minus von 2,5 Milliarden Euro. Allein fünf Milliarden Euro fließen in laufende Gerichtsverfahren.
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Umbau im Aufsichtsrat
Neben den Finanzen stehen personelle Wechsel auf der Tagesordnung. Zwei langjährige Mitglieder verlassen den Aufsichtsrat. Marcel Smits und Alfred Stern sollen das Gremium künftig ergänzen und neue Expertise aus der Agrarwirtschaft einbringen.
Der Termin in Washington
Das operative Geschäft liefert derweil stabile Aussichten. Trotz auslaufender Patente peilt Bayer ein operatives Ergebnis von rund zehn Milliarden Euro an. Analysten erwarten im Schnitt einen Gewinn von 4,40 Euro je Aktie. Die eigentliche Weichenstellung findet allerdings fernab des Tagesgeschäfts statt.
Am 27. April folgt die Anhörung vor dem obersten US-Gericht. Der Termin ist wegweisend. Urteilen die Richter zugunsten von Bayer, sinkt der finanzielle Druck auf den Konzern massiv. Lehnen sie die Argumentation ab, belastet der juristische Überhang die Aktie auf unbestimmte Zeit weiter.
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