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Bayer Aktie: Hyrnuo für Erstlinie in Japan

Bayer bekommt in Japan die Zulassung für sein Krebsmedikament Hyrnuo, das nun auch in der Erstlinientherapie einsetzbar ist. Die Aktie legt zu.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Japan-Zulassung für Lungenkrebsmedikament
  • Erstlinien-Einsatz in Japan möglich
  • Aktie legt um zwei Prozent zu
  • Glyphosat-Vergleich: Anhörung im September

Bayer hat in Japan die Marktzulassung für sein Lungenkrebs-Medikament Sevabertinib unter dem Namen Hyrnuo erhalten. Die Zulassung gilt für HER2-mutiertes nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) in allen Therapielinien – ein entscheidender Unterschied zu bisherigen Zulassungen in anderen Regionen.

Die Aktie reagierte am Dienstag mit einem Plus von 2,0 Prozent auf 49,29 Euro und knüpft damit an die Erholung der vergangenen Wochen an. Über die vergangenen sieben Handelstage summiert sich das Plus auf 1,2 Prozent, über 30 Tage auf 4,2 Prozent. Seit Jahresbeginn steht das Papier mit 33 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 76 Prozent.

Erstlinien-Einsatz als Novum

Sevabertinib hatte bereits im November 2025 eine beschleunigte Zulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA erhalten, Anfang 2026 folgte die Zulassung durch die chinesische Arzneimittelbehörde NMPA als Monotherapie für Patienten mit nicht resezierbarem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC nach vorheriger systemischer Therapie.

In Japan geht die Zulassung nun einen Schritt weiter: Das Medikament kann dort erstmals unabhängig von einer vorherigen Behandlung eingesetzt werden, also auch direkt in der Erstlinie. Für Bayers Onkologie-Sparte ist das ein strategisch bedeutsamer Fortschritt, da die Erstlinien-Indikation den adressierbaren Patientenkreis deutlich vergrößert.

Die Nachricht fügt sich in eine Serie positiver regulatorischer Entwicklungen für das Präparat in mehreren großen Märkten binnen weniger Monate. Für Anleger ist das auch deshalb relevant, weil Bayer im laufenden Umbau seines Portfolios auf Wachstumsimpulse aus der Pharma-Sparte angewiesen ist, während der Agrarbereich schwächer performt.

Zahlen und Bilanz im Hintergrund

Die operative Basis dafür lieferten die Anfang August vorgelegten Halbjahreszahlen. Der Konzernumsatz im zweiten Quartal 2026 stieg währungs- und portfoliobereinigt um 2,2 Prozent auf 10,872 Milliarden Euro, das EBITDA vor Sondereffekten legte um 1,9 Prozent auf 2,144 Milliarden Euro zu.

Der Nettogewinn drehte von minus 199 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf plus 219 Millionen Euro, während der Core EPS mit 0,95 Euro um 16,7 Prozent unter dem Vorjahreswert lag. Für das Gesamtjahr senkte Bayer die Guidance für die Nettofinanzverschuldung auf 29 bis 30 Milliarden Euro – ein Effekt der bereits angekündigten Kapitalzuführung der Apollo-verwalteten Fonds über 3,0 Milliarden Euro.

Parallel bleibt der Glyphosat-Rechtsstreit ein Belastungsfaktor im Hintergrund. Der zuständige Missouri Circuit Court verschob die Fairness-Anhörung zum Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar von Mitte August auf den 14. September. Der Vergleich selbst war bereits im Februar geschlossen worden, die Zahlungen sollen über einen Zeitraum von maximal 21 Jahren erfolgen.

Bewertung am Markt

Mit einem RSI von 57,8 und einem Abstand von 4,2 Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt zeigt das Chartbild keine Überhitzung. Vom 52-Wochen-Hoch bei 53,86 Euro, erreicht am 3. Juli, ist die Aktie noch 8,5 Prozent entfernt. Die Marktkapitalisierung liegt bei 47,20 Milliarden Euro.

Für Anleger dürfte der Blick zunehmend auf den 14. September gerichtet sein, wenn die Fairness-Anhörung in Missouri über den Glyphosat-Vergleich entscheidet – bis dahin liefert die Pharma-Pipeline mit Erfolgen wie der Japan-Zulassung positive Nachrichten aus einem Geschäftsbereich, der von den Rechtsrisiken der Agrarsparte losgelöst ist.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.