Ein Bundesberufungsgericht in den USA hat einen Antrag mehrerer Kläger abgelehnt, mit dem der geplante Sammelvergleich zu Roundup-Klagen in ein anderes Gericht verlegt werden sollte. Die Kläger wollten den Fall von Missouri nach Kalifornien holen — dorthin, wo Richter Vince Chhabria sitzt, der Bayer in den vergangenen Jahren wiederholt kritisiert hatte. Der Plan ging nicht auf.
Damit bleibt die Zuständigkeit beim ursprünglichen Gericht in Missouri, wo die meisten Roundup-Klagen ohnehin anhängig sind. Bereits zuvor hatten andere Gerichte in Missouri und auf Bundesebene ähnliche Versuche zurückgewiesen, den Vergleich zu kippen.
Monsanto, die Bayer-Tochter im Zentrum der Glyphosat-Streitigkeiten, wertet die Entscheidung als Bestätigung des eingeschlagenen Wegs. Der Sammelvergleich wird von Anwälten unterstützt, die zehntausende Kläger vertreten.
Zehn Jahre Monsanto-Deal, ein Etappenziel
Am 14. September jährt sich die Ankündigung der Monsanto-Übernahme zum zehnten Mal — eine Akquisition, die Bayer über Jahre mit Rechtsstreitigkeiten belastet hat. Ausgerechnet an diesem Datum steht nun auch die nächste Anhörung zum Sammelvergleich an. Monsanto rechnet dort mit der finalen Genehmigung durch das Gericht in Missouri.
Für Bayer wäre das ein handfester Fortschritt Richtung Rechtssicherheit in einem Fall, der den Aktienkurs jahrelang belastet hat. Die endgültige Entscheidung liegt beim Gericht — bis zur Anhörung bleibt der Ausgang offen.
Pharmasparte liefert weitere Impulse
Neben der Rechtsfront meldete Bayer im Rahmen des Kardiologie-Kongresses ESC in München positive Daten zum Nieren- und Herzmedikament Kerendia. Eine Subgruppenanalyse der Phase-III-Studie FIND-CKD zeigte, dass der Wirkstoff Finerenon den Rückgang der Nierenfunktion bei Patienten mit hypertensiver Nephropathie verlangsamte — einer durch chronischen Bluthochdruck verursachten Nierenschädigung, für die es bislang kaum leitliniengerechte Therapien gibt. Für diese spezielle Indikation liegt noch keine Zulassung vor.
Kerendia zählt bereits zu den Wachstumstreibern der Pharmasparte: Im ersten Halbjahr 2026 legten die Erlöse um 75 Prozent auf 603 Millionen Euro zu. Parallel dazu präsentierte Bayer auf dem gleichen Kongress Phase-III-Daten zum experimentellen PET-Tracer Evuzamitide zur Diagnose der Herzamyloidose — eine seltene, aber schwer zu diagnostizierende Erkrankung. Die Studie erreichte ihre primären Endpunkte bei Sensitivität und Spezifität, eine Zulassung steht noch aus.
Die Aktie reagierte auf die Nachrichtenlage verhalten mit einem leichten Plus im XETRA-Handel. Der eigentliche Prüfstein bleibt die Anhörung am 14. September in Missouri — dort entscheidet sich, ob der Sammelvergleich tatsächlich rechtskräftig wird.
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