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Bayer Aktie: FDA lässt Sevabertinib zu

Bayer erweitert sein Krebsportfolio mit Sevabertinib, meldet Fortschritte bei Kerendia und treibt zugleich die Roundup-Vergleichslösung voran.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • FDA genehmigt Sevabertinib für Ersttherapie
  • Kerendia erhält erweiterte US-Zulassung
  • Kooperation mit Neste für Biokraftstoffe
  • Aktie seit Jahresbeginn 30 Prozent höher

Mit einer weiteren Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA baut Bayer das Portfolio in der Onkologie aus. Die Behörde erteilte am 9. September eine beschleunigte Zulassung für den Wirkstoff Sevabertinib als Erstlinien-Therapie für erwachsene Patienten mit HER2-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.

Für das Leverkusener Pharma- und Agrarunternehmen bedeutet die Entscheidung der US-Behörde einen weiteren Meilenstein beim Ausbau des Geschäfts mit zielgerichteten Krebstherapien.

Parallel dazu treibt der Konzern auch Kooperationen im Agrarbereich voran. Ebenfalls am 9. September schloss Bayer eine kommerzielle Vereinbarung mit Neste. Ziel der Partnerschaft ist die gemeinsame Skalierung von newgold-Winterraps zur Herstellung von Biokraftstoffen. Damit setzt das Unternehmen auf zusätzliche Absatzwege jenseits klassischer Pflanzenschutz- und Saatgutmärkte.

Rückenwind durch wichtige Zulassungserfolge

Die Zulassung für Sevabertinib reiht sich in eine Phase operativer Meldungen im Pharmageschäft ein. Bereits am vergangenen Freitag erweiterte die FDA die Zulassung für das Nierenmedikament Kerendia zur Behandlung chronischer Nierenerkrankungen in Verbindung mit Typ-1-Diabetes nach einer beschleunigten Prüfung.

Nach Unternehmensangaben stellt das Präparat die erste neue Behandlungsoption für dieses spezifische Krankheitsbild in den USA seit 30 Jahren dar. Bayer traut Kerendia jährliche Spitzenumsätze von mehr als 3 Milliarden Euro zu.

Derartige Pipeline-Erfolge stützen das operative Geschäft, das im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 10,87 Milliarden Euro erzielte. Währungs- und portfoliobereinigt entsprach dies einem Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte das Management ein bereinigtes EBITDA zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro sowie ein Kernergebnis je Aktie in der Spanne von 4,30 bis 4,90 Euro.

Juristische Altlasten und Bilanzentlastung

Trotz der Produktfortschritte bleibt das rechtliche Umfeld in den USA ein prägender Faktor für die Bewertung an den Märkten. Vor gut einer Woche fand die gerichtliche Anhörung zur Genehmigung eines umfassenden Sammelvergleichs zum Unkrautvernichter Roundup statt. Medienberichten zufolge könnte die richterliche Entscheidung noch einige Wochen auf sich warten lassen.

Die Vereinbarung sieht vor, dass Bayer über bis zu 21 Jahre hinweg abnehmende Zahlungen von insgesamt bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar leistet. Eine Grundsatzentscheidung des U.S. Supreme Court im Fall Durnell hatte im Juni die Rechtsposition bei Bundesvorgaben bereits gestärkt.

Auf der Finanzierungsseite sorgte vor über einem Monat die Partnerschaft mit Apollo für eine Entlastung der Bilanz. Bayer senkte infolge der Vereinbarung die Prognose für die Nettofinanzverschuldung auf 29 bis 30 Milliarden Euro.

Am Aktienmarkt spiegeln sich die operativen Lichtblicke und die schrittweise Bewältigung der Altlasten in einer Erholung wider: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 30 Prozent.

Nach einem Rücksetzer von 2,3 Prozent am Freitag schloss die Aktie bei 47,96 Euro. Für Anleger kommt es in den nächsten Monaten darauf an, ob die neuen Therapien die prognostizierten Spitzenumsätze erreichen und das US-Gericht den Milliardenvergleich rechtskräftig bestätigt.

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