Bayer hat am Donnerstag bei der chinesischen Zulassungsbehörde CDE einen Antrag für eine neue Indikation seines Augenmedikaments Eylea HD gestellt. Das in der Dosierung von 8 Milligramm verfügbare Präparat soll künftig auch zur Behandlung des retinalen Venenverschlusses (RVO) eingesetzt werden dürfen. Eylea HD ist ein VEGFR-Fc-Fusionsprotein, das Bayer gemeinsam mit dem US-Partner Regeneron entwickelt hat.
In den USA ist der Wirkstoff bereits für die feuchte altersabhängige Makuladegeneration, das diabetische Makulaödem und die diabetische Retinopathie zugelassen, die Zulassung für RVO folgte dort im November 2025. Mit dem Antrag in China erweitert Bayer nun den Kreis der Indikationen auf dem zweitgrößten Pharmamarkt der Welt.
Für ein Unternehmen, dessen Pharmasparte im Schatten der milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten steht, ist jede Erweiterung im margenstarken Ophthalmologie-Geschäft ein Signal an Anleger, dass operative Fortschritte weiterlaufen.
Q2-Zahlen als Hintergrund, Schuldenabbau im Fokus
Der Zulassungsantrag fällt in eine Phase, in der Bayer nach den am Donnerstag vorgelegten Quartalszahlen im Blickpunkt steht. Nach Einschätzung des Analysehauses Alphavalue übertrafen die Ergebnisse des zweiten Quartals die Erwartungen, der Fokus liege nun auf Schuldenabbau und der operativen Umsetzung der laufenden Strategie.
Diese Einordnung deckt sich mit der allgemeinen Tendenz unter den DAX-Konzernen: Laut einer Untersuchung von EY steigerten die 40 DAX-Unternehmen ihr operatives Ergebnis im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 52,6 Milliarden Euro, während die Beschäftigtenzahl konzernübergreifend um 41.000 Stellen sank.
Bayer reiht sich hier in einen Trend ein, der auch andere Schwergewichte erfasst: Neben Volkswagen, das bis Ende des Jahrzehnts mehr als 5.000 Führungspositionen abbauen will, streichen laut einem Bericht des Handelsblatts auch die Deutsche Bahn, BMW und Bayer Management-Stellen. Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz erhöht demnach den Druck auf klassische Führungsstrukturen in Konzernen.
Kursbild bleibt angespannt
An der Börse zeigt sich die Aktie von den operativen Fortschritten bislang wenig beeindruckt. Bayer notiert aktuell bei 47,85 Euro und hat in den vergangenen sieben Handelstagen 4,1 Prozent verloren. Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, fehlen der Aktie derzeit rund 11 Prozent.
Der Verlust der vergangenen Woche relativiert sich allerdings im längeren Vergleich: Seit Jahresbeginn steht bei Bayer ein Plus von 29 Prozent, auf Zwölfmonatssicht hat sich der Kurs sogar um 80 Prozent verteuert.
Anleger dürften die aktuelle Schwächephase daher eher als Verschnaufpause nach der starken Rally der vergangenen Monate lesen als als Trendwende. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung bleibt neben dem Fortschritt beim Schuldenabbau vor allem die Entwicklung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA.
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