Der US Supreme Court hat Bayers Berufung im Glyphosat-Rechtsstreit angenommen. Die Entscheidung vom Freitagabend könnte Tausende anhängige Klagen aushebeln und dem Konzern Rückstellungen in Milliardenhöhe freigeben. Die Reaktion der Märkte folgte prompt und heftig.
Die Fakten im Überblick:
– Supreme Court prüft den Fall Durnell bis Juni 2026
– Kernfrage: Bricht US-Bundesrecht das Recht der Einzelstaaten?
– Bayer argumentiert mit EPA-Einstufung: Glyphosat nicht krebserregend
– Rund 65.000 offene Verfahren mit 7 Mrd. Euro Rückstellungen betroffen
Kurssprung am Wochenende
Während der Xetra-Handel am Freitag noch bei 41,52 Euro schloss, explodierte der Kurs auf außerbörslichen Plattformen. Auf Tradegate schossen die Papiere auf bis zu 44,26 Euro – ein Plus von über 6 Prozent. Im US-OTC-Handel legten die Bayer-Papiere (BAYRY) um 6,41 Prozent auf 12,95 Dollar zu.
Die Bewegung signalisiert, wie stark die Märkte die juristische Wende einpreisen. Ein Sieg vor dem Supreme Court würde die milliardenschweren Rückstellungen weitgehend auflösen. CEO Bill Anderson sprach von einem „wichtigen Meilenstein“ – eine Formulierung, die angesichts der jahrelangen Belastung zurückhaltend wirkt.
Analysten heben Kursziele deutlich an
Barclays reagierte sofort und stufte von „Equal Weight“ auf „Overweight“ hoch. Das Kursziel sprang von 30 auf 45 Euro. Auch MWB Research wechselte auf „Buy“. Die Upgrades basieren auf der konkreten Perspektive: Sollte der Supreme Court Bayers Argumentation folgen, würde dies Tausenden Klagen die rechtliche Grundlage entziehen.
Die Logik dahinter ist simpel. Wenn US-Bundesrecht Vorrang hat und die EPA Glyphosat nicht als krebserregend einstuft, können Einzelstaaten keine abweichenden Warnhinweise erzwingen. Das würde die Haftungsgrundlage für die meisten Verfahren beseitigen.
Pharma-Sparte meldet Zulassungserfolg
Fast unbemerkt neben der juristischen Nachricht: Das Augenmedikament Eylea 8 mg erhielt die EU-Zulassung für eine dritte Indikation. Der retinale Venenverschluss ergänzt das Portfolio und stützt Andersons Ziel einer 30-Prozent-Marge in der Pharma-Division bis 2030.
Die operative Entwicklung bleibt wichtig. Denn selbst ein Sieg vor Gericht löst nicht alle strukturellen Herausforderungen des Konzerns. Die Agrarchemiesparte kämpft mit schwacher Nachfrage, die Pharma-Pipeline muss liefern.
Die mündlichen Verhandlungen im Frühjahr werden zeigen, wie die Richter argumentieren. Ein endgültiges Urteil wird bis Juni 2026 erwartet – dann fällt die Entscheidung über Milliarden und die Zukunft des Konzerns.
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